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Jörg Mielczarek: Von Untertanen, Zauberbergen, Menschen ohne Eigenschaften

Jörg Mielczarek: Von Untertanen, Zauberbergen, Menschen ohne Eigenschaften

Reise durch die Literatur der Weimarer Republik

Die Zeit von 1919 bis 1933 ist nicht nur politisch, sondern auch literarisch hoch interessant. Der Verleger und Autor Jörg Mielczarek hat sich damit befasst: Herausgekommen ist eine anschauliche Literaturreise durch die Weimarer Republik, deren Stationen in einer Art U-Bahn-Plan verzeichnet sind.

Mit diesem orientiert sich der Leser auf seiner Schmöker-Tour. Sie führt ihn durch eine deutsche Epoche, die mit der Umwandlung des monarchisches Deutschen Reiches in eine parlamentarisch-demokratische Republik beginnt und mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler endet. Historische 14 Jahre, die es in sich haben.

Die literarisch sehenswerten Haltepunkte dieser Zeit verteilen sich auf fünf Linien. Sie repräsentieren die großen kulturellen Strömungen. So finden sich auf der rote Linie bedeutende Werke und Autoren der politischen Literatur, während die schwarze Linie in die bürgerliche Richtung führt. Wer sich die religiöse Schreibkunst der Zeit ansehen möchte, nimmt die blaue Bahn. Auf der grünen Linie erkundet der Leser den Naturalismus, mit der hellblauen fährt er zu Schriftstellern, deren Werke vom Ersten Weltkrieg beeinflusst sind. Nach Lust und Laune lassen sich die Linien und Stationen abfahren, eine nach der anderen. Herrlich!

Einprägsam sind die Kurzreisen, die Mielczarek ausgetüftelt hat. Zum Beispiel beginnt eine an der Station Erich Kästner: Dessen Roman „Emil und die Detektive“ zählt zu den bekanntesten Werken des Deutschen Reichs in seiner demokratischen Phase. Sie führt einige Haltepunkte weiter zu Klaus Mann, dem Sohn Thomas Manns, dessen Werke seinerzeit als Tabubruch galten. Auch der späte Alexander Spoerl ist dabei: Seine „Memoiren eines mittelmäßigen Schülers“ basieren zweifelsohne auf eigen Erlebten als Lausbub in der Weimarer Republik. Die kleine Reise endet schließlich bei Hermann Hesse, dem späteren Nobelpreisträger und Autor von „Der Steppenwolf“ sowie „Narziß und Goldmund“, worauf Mielczarek insbesondere eingeht.

Mit ihm als Reiseführer zur Seite, erfährt der Leser allerhand Wissenswertes. Darunter stets Biografisches in eigener Sache: Mielczarek liebt Bücher, und das ist in jedem Satz zu spüren. Mit seinem Werk, welches den deutungsvollen Titel „Von Untertanen, Zauberbergen, Menschen ohne Eigenschaften - Meine Reisen durch die Literatur der Weimarer Republik“ trägt, hat sich der Gründer des Ratgeber-Verlages interna einen Herzenswunsch erfüllt. Man tut gut daran, seiner Einladung zum Mitreisen zu folgen: Selten hat jemand so ungezwungen wie lehrreich ein literarisches Kapitel deutscher Zeitgeschichte so anschaulich umrissen. Das Werk mit 232 Seiten beinhaltet zudem eine Chronologie der zeitgeschichtlichen Ereignisse von 1814 bis heute. Weitere Informationen über das Werk finden interessierte Leser unter www.literatur-weimar.de im Internet.

Bibliographische Informationen

Jörg Mielczarek
Von Untertanen, Zauberbergen, Menschen ohne Eigenschaften - Meine Reisen durch die Literatur der Weimarer Republik
ISBN 978-3-940931-99-3
Paperback, 232 Seiten
18 Euro


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