Startseite Sitemap Impressum/ Kontakt


online-korrektor.de - Professionelles Korrektorat und Lektorat

literaturwelt.com

Empfindsamkeit

Empfindsamkeit

1740 - 1790

Inhalt


CD-ROM Deutsche Literaturgeschichte   Ausführlichere Informationen zu dieser Epoche erhalten Sie auf der CD-ROM "Deutsche Literaturgeschichte - Epochenüberblicke".
Erscheinungstermin: 29. Januar 2008
ISBN: 978-3-8044-9002-4
Verlag: C. Bange Verlag
Preise: 14,90 Euro (D) | 13,80 Euro (A) | 26,80 sfr (CH)

erhältlich im Handel oder direkt beim C. Bange Verlag bestellen

I. Begriff

Der Begriff Empfindsamkeit leitet sich von Lessings Verdeutschung "empfindsam" zum englischen Wort sentimental ab.

1. Literatur der Empfindsamkeit

Die Empfindsamkeit stellt keine Gegenbewegung zur Aufklärung dar, sondern ist eine Ergänzung der reinen Rationalität der Aufklärer mit Empfindungen. Das Bildungsbürgertum suchte eine Flucht vor der Unterdrückung durch die Obrigkeit – und fand sie in der Welt der Empfindungen.
Die Literatur der Empfindsamkeit ist geprägt von Pietismus, Gefühlsbetontheit, In-sich-Gekehrtheit, Freundschaft und Naturnähe. Den Höhepunkt in der empfindsamen Dichtung stellt Klopstocks Epos Der Messias (1748-1773) dar. Die 20 Gesänge des biblischen Epos sind in Hexametern verfasst. Bevorzugt wurden v. a. lyrische Formen. Die Hymnendichtung fand hier ihren Höhepunkt. Es entstanden auch viele Oden, die bekanntesten davon stammten von Klopstock, so z. B. Die frühen Gräber, Die Frühlingsfeier, Der Zürchersee, Das Wiedersehn und An meine Freunde, und erschienen 1771 als Gesamtausgabe.

Die frühen Gräber (1764)
Friedrich Gottlieb Klopstock

    Willkommen, o silberner Mond,
   Schöner, stiller Gefährt der Nacht!
   Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!
   Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.
5 
Des Mayes Erwachen ist nur
   Schöner noch, wie die Sommernacht,
   Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
   Und zu dem Hügel herauf röthlich er kömt.
  
Ihr Edleren, ach es bewächst
10  Eure Maale schon ernstes Moos!
   O wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
   Sahe sich röthen den Tag, schimmern die Nacht.


Friedrich Gottlieb Kloptsock
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)

2. Literarische Formen

  • Epos
  • Roman
  • Ode
  • Hymne
  • Idylle
Hymne: (griech.: Festgesang) ist ein feierlicher Lob- und Preisgesang, der oft in freien Rhythmen verfasst wurde.

Idylle: kommt vom griechischen Wort eidyllon und steht für Bildchen. Sie ist meist eine idealisierte harmonische Darstellung vom Land- und Volksleben in Prosa- oder Versform.

3. Vertreter

Viele Vertreter der Empfindsamkeit kommen aus Literaturkreisen oder -bunden, so z. B. aus dem Göttinger Hainbund.

4. Werke

  • Messias (1748-1773)- Klopstock
  • Hermanns Schlacht (1769) - Klopstock
  • Oden (1771) - Klopstock
  • Der Zürchersee - Klopstock
  • Die frühen Gräber - Klopstock
  • Die Frühlingsfeier - Klopstock
  • Der Wandsbecker Bothe (1771/75) - Matthias Claudius
  • Der siebzigste Geburtstag (1781) - Voß
  • Gedichte (1782/83) - Hölty
  • Luise (1783/84) - Voß

Copyright © 2002-2012 Claudio Mende

« zurück zur Epochenübersicht