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Friedrich von Hagedorn

Die Alster

    Befördrer vieler Lustbarkeiten,
   Du angenehmer Alsterfluß!
   Du mehrest Hamburgs Seltenheiten
   Und ihren fröhlichen Genuß.
5  Dir schallen zur Ehre,
   Du spielende Fluth,
   Die singenden Chöre,
   Der jauchzende Muth.
  
Der Elbe Schiffahrt macht uns reicher;
10  Die Alster lehrt gesellig seyn!
   Durch jene füllen sich die Speicher;
   Auf dieser schmeckt der fremde Wein.
   In treibenden Nachen
   Schifft Eintracht und Lust,
15  Und Freiheit und Lachen
   Erleichtern die Brust.
  
Das Ufer ziert ein Gang von Linden,
   In dem wir holde Schönen sehn,
   Die dort, wann Tag und Hitze schwinden,
20  Entzückend auf- und niedergehn.
   Kaum haben vorzeiten
   Die Nymphen der Jagd,
   Dianen zur Seiten,
   So reizend gelacht.
25 
O siehst du jemals ohn Ergetzen,
   Hammonia! des Walles Pracht,
   Wann ihn die blauen Wellen netzen
   Und jeder Frühling schöner macht?
   Wann jenes Gestade,
30  Das Flora geschmückt,
   So manche Najade
   Gefällig erblickt?
  
Ertönt, ihr scherzenden Gesänge,
   Aus unserm Lustschiff um den Strand!
35  Den steifen Ernst, das Wortgepränge
   Verweist die Alster auf das Land.
   Du leeres Gewäsche,
   Dem Menschenwitz fehlt,
   O fahr in die Frösche;
40  Nur uns nicht gequält!
  
Hier lärmt, in Nächten voll Vergnügen,
   Der Pauken Schlag, des Waldhorns Schall;
   Hier wirkt bei Wein und süßen Zügen
   Die rege Freyheit überall.
45  Nichts lebet gebunden,
   Was Freundschaft hier paart.
   O glückliche Stunden!
   O liebliche Fahrt!



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