Hermann und Thusnelda
|
"Ha, dort kömmt er mit Schweiß, mit Römerblute, Mit dem Staube der Schlacht bedeckt! So schön war Hermann niemals! So hats ihm Nie von den Augen geflammt! Komm! ich bebe vor Lust, reich mir den Adler Und das triefende Schwert! komm, atm' und ruh hier Aus in meiner Umarmung, Von der zu schrecklichen Schlacht. Ruh hier, daß ich den Schweiß der Stirn abtrockne Und der Wange das Blut! Wie glüht die Wange! Hermann, Hermann, so hat dich Niemals Thusnelda geliebt! Selbst nicht, da du zuerst im Eichenschatten Mit dem bräulichem Arm mich wilder faßtest! Fliehend blieb ich und sah dir Schon die Unsterblichkeit an, Die nun dein ist. Erzählts in allen Hainen, Daß Augustus nun bang mit seinen Göttern Nektar trinket, daß Hermann, Hermann unsterblich ist!" "Warum lockst du mein Haar? Liegt nicht der stumme Tote Vater vor uns? O, hätt' Augustus Seine Heere geführt, er Läge noch blutiger da!" "Laß dein sinkendes Haar mich, Hermann, heben, Daß es über dem Kranz in Locken drohe! Siegmar ist bei den Göttern! Folg du und wein ihm nicht nach!" |