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Exilliteratur (1933 – 1945) – Epoche der Literatur

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Epoche: Exilliteratur

Das Wort Exil leitet sich vom lateinischen exilium = Verbannung ab. Die Exilliteratur wird auch als Emigrantenliteratur bezeichnet. Darunter fasst man sämtliche Werke, die meist durch politische Verfolgung im Exil entstanden sind.

Historischer Hintergrund

Aufgrund der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise, von der auch Deutschland stark betroffen war, wurden ab 1930 Notverordnungen erlassen. Die NSDAP mit ihrem Vorsitzenden Adolf Hitler übernahm am 30.01.1933 die politische Macht. Am 10.05.1933 fand eine große Bücherverbrennung unter dem Motto „Wider den undeutschen Geist“ statt, bei der Werke von über 250 Autoren vernichtet worden.

Danach begann eine erste große Auswanderungswelle. 1935 wurden die Nürnberger Gesetze gegen die Juden erlassen. Am 01.09.1939 setzte der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen ein. Politische Gegner und Millionen von Juden wurden in den Kriegsjahren in Konzentrationslagern hingerichtet. Erst am 08.05.1945 wurden die Kriegshandlungen mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands eingestellt.

Literatur des Exils

     Isolation im Exil

Die Exilierten wurden mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert: Die Hoffnung von einer raschen Auflösung der Nationalsozialisten musste vergraben werden, jegliche Kontakte zum Heimatland waren abgetrennt, das Leben in der fremden Umgebung wurde zudem erschwert. Nur ein kleiner Teil der emigrierten Autoren konnte mit seiner schriftstellerischen Arbeit genügend Geld verdienen, um einen konstanten sozialen Status aufrechterhalten zu können.

Nicht alle Exilautoren waren in ihrer neuen, aufgezwungenen Heimat sicher. Zu Kriegsbeginn mussten die Schriftsteller erneut fliehen, die z.B. schon nach Frankreich (Benjamin, Roth) geflohen waren. So blieb den meisten Autoren nur der Weg über den Atlantik – nach Amerika (Brecht, Feuchtwanger, Thomas Mann, Heinrich Mann, Zuckmayer). Diese Flucht fiel vielen nicht leicht, denn die Trennung von der europäischen Kultur vergrößerte die Isolation.

     Gem. Bemühungen im Kampf gegen den NS

Die Exilautoren waren zwar weit um Deutschland verstreut, doch sahen sie bald ein, dass sie nur gemeinsam gegen den Nationalsozialismus protestieren können. 1933 wurde in Prag eine Zeitschrift mit dem Titel „Neuen Deutschen Blätter“ von Seghers unter anderem herausgegeben. Die von Klaus Mann herausgegebene Zeitschrift „Die Sammlung“ hatte zum Zweck, antifaschistisch eingestellte Schriftsteller zu vereinen. In den zwölf Jahren (1933-1945) sind über 400 Exilzeitschriften erschienen. Brecht und Becher setzten sich hingegen für ein internationales Antifaschismus-Bündnis ein.

     Antifaschistische Literatur

Heinrich Mann war der Auffassung, dass in Wirklichkeit nur antifaschistische Literatur die einzige deutsche Literatur sei. Viele seiner Kollegen waren der gleichen Auffassung. Die antifaschistische Literatur hatte demnach zwei Aufgaben: Sie sollte die Welt über Nationalsozialisten aufklären und den Widerstand in Nazi-Deutschland unterstützen.

Einige Autoren wendeten sich dem historischen und Gesellschaftsroman zu, der in der Weimarer Republik große Beachtung genoss. Sie waren der Meinung, durch die Nationalsozialisten sei die Entwicklung dieser Gattung unterbrochen worden und wollten so wieder an sie anknüpfen. Als bedeutungsvollster historischer Roman des Exils gilt Henri Quatre von Heinrich Mann. Andere Schriftsteller versuchten direkt gegen das Dritte Reich zu kämpfen, indem Sie Radioreden, Manifeste, Flugblätter oder Tarnschriften veröffentlichten.

1942 erschien Anna Seghers Roman Das siebte Kreuz. In ihm spiegelt sich das alltägliche Leben im Dritten Reich wider. In ihrem Werk nehmen sieben Kreuze eine wichtige Rolle ein: Sie werden zur Hinrichtung für sieben entflohene Häftlinge aufgestellt. Doch das siebte Kreuz bleibt frei – und wird damit zum Symbol des Widerstandes in Deutschland. Von den sieben Entflohenen kann nur einer (Georg Heisler) entfliehen.

Für die Exilliteratur nahm Brecht eine wichtige Bedeutung als Lyriker, Prosaist, Dramatiker und Literaturtheoretiker ein. Brecht zeichnete sich durch eine überlegene Einschätzung des Dritten Reiches gegenüber anderen Exilautoren und durch die Entwicklung neuer literarischer Formen aus.

Seine Lehrtheater Der gute Mensch von SezuanMutter Courage und ihre Kinder und Leben des Galilei begründen seinen Weltruhm. Brechts Theorie des epischen Theaters formuliert er 1949 im Kleinen Organon für das Theater.

     Episches Theater

Das epische Theater ist eine Theaterform, die den Zuschauer nicht in eine Illusion einhüllt, sondern versucht diese durch bestimmte Verfremdungseffekte zu brechen. Brecht schuf damit eine moderne Theaterform, die mit der Tradition des Dramas nach Aristoteles oder Lessing radikal brach.

Epische Dramen weisen keinen strengen Aufbau, wie die Einteilung in Akte und Szenen, auf, sondern haben die Form von Episoden. Das Ende ist meist offen. Die Wirkungsabsicht besteht nicht mehr in der Einfühlung des Zuschauers in den Protagonisten. Stattdessen soll eine Distanzierung vom Dargestellten erreicht werden, die dem Zuschauer eine Interpretation ermöglicht und ihn zu Veränderungen erkannter Missstände anregt. Die Theaterform nennt man episch, da außerhalb der Handlung ein Erzähler vorkommt.

Verfremdungseffekte

  • Erzählerkommentare zum Publikum
  • Spruchbänder
  • Plakate
  • Songs
  • Chöre

1930 unternahm Brecht einige der ersten theoretische Überlegungen zum epischen Theater. Diese schrieb er in den Anmerkungen zur Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny nieder. Darin stellte Brecht u. a. die dramatische Form des Theaters der epischen Form gegenüber.

Literarische Formen in der Exilliteratur

  • historischer Roman
  • Gesellschaftsroman
  • Zeitroman
  • Flugblatt
  • Manifest
  • Radioreden
  • Tarnschriften
  • Zeitschriften
  • Lehrstück

Tarnschrift: Druckerzeugnis, das mit falschem Umschlagtitel und fingiertem Impressum (Verlag, Drucker, Druckjahr) zur Unterstützung der Widerstandsbewegung ins Dritte Reich eingeschleust wurde, zum Schutz antifaschistischer Leser und Verbreiter und vor polizeilichem Zugriff.

Beispielsweise wurde Brechts Aufsatz Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit unter dem Titel „Satzungen des Reichsverbands Deutscher Schriftsteller“ nach Deutschland eingeschleust.

Vertreter der Exilliteratur

  • Bertolt Brecht (1898-1956)
  • Alfred Döblin (1878-1957)
  • Lion Feuchtwanger (1884-1958)
  • Heinrich Mann (1871-1950)
  • Thomas Mann (1875-1955)
  • Robert Musil (1880-1942)
  • Erich Maria Remarque (1898-1970)
  • Anna Seghers (1900-1983)
  • Kurt Tucholsky (1890-1935)
  • Franz Werfel (1890-1945)
  • Carl Zuckmayer (1896-1977)
  • Stefan Zweig (1881-1942)

Werke der Exilliteratur

  • Joseph und seine Brüder (1933-43) – Thomas Mann
  • Henri Quatre (1935-38) – Heinrich Mann
  • Die Gewehre der Frau Carrar (1937) – Bertolt Brecht
  • Der gute Mensch von Sezuan (1938-42) – Bertolt Brecht
  • Das Leben des Galilei (1938-53) – Bertolt Brecht
  • Mutter Courage und ihre Kinder (1939) – Bertolt Brecht
  • Abschied (1940) – Johannes Becher
  • Exil (1940) – Lion Feuchtwanger
  • Das siebte Kreuz (1942/47) – Anna Seghers
  • Transit (1944) – Anna Seghers
  • Doktor Faustus (1947) – Thomas Mann

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Neue Sachlichkeit / Weimarer Republik (1919-1932) – Epoche der Literatur

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Epoche: Neue Sachlichkeit / Weimarer Republik

Der Begriff Neue Sachlichkeit ist eine Stilbezeichnung für die Malerei und Literatur in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Autoren der neuen Sachlichkeit legten Wert auf eine objektive Darstellung der sozialen und ökonomischen Wirklichkeit.

Historischer Hintergrund

Zu den wichtigsten historischen Einflüssen auf die Autoren der Weimarer Republik gehörte der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 und die Entstehung der Republik.
Die Geschichte der Weimarer Republik wird in drei Phasen eingeteilt: Krisenjahre 1919 bis 1923, die Goldenen Zwanziger von 1924 bis 1928 sowie die Weltwirtschaftskrise und der Untergang von 1929 bis 1933.

Literatur der Weimarer Republik

Die Organisation von Schriftstellern war eine Gegenreaktion auf die Richtlinien der Verlage. 1909 entstand der Schutzbund deutscher Schriftsteller (SDS), der Rechtsschutz gegen staatliche Eingriffe in die Literaturschöpfung seiner Mitglieder gewährte. 1921 wurde der PEN-Club gegründet, der sich für Weltfrieden und Antirassismus einsetzte.

Meinungsfreiheit und das Nichtvorhandensein einer Zensur waren nur auf dem Papier stehende Behauptungen. In Wirklichkeit wurde eine unzensierte Veröffentlichung jedoch gestört, z. B. durch das Schund- und Schmutzgesetz. Dieses führte zu zahlreichen Verboten von Büchern.

    Prosa der Neuen Sachlichkeit

Die Prosa schien den Autoren der Neuen Sachlichkeit als angemessenste Gattung, um ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Sie unterliegt keinen Formkonventionen und ist die offenste Gattung für Experimente. Die dabei am häufigsten verwendeten literarischen Formen waren Dokumentationen, Reportagen, Sachberichte und Romane. Das Erzählen ist dabei geprägt von philosophischen, historischen, soziologischen und psychologischen Momenten.

Zentrale Themen der Romane der Neuen Sachlichkeit waren Großstadt, Technik, Wirtschaft und Industrie, Arbeit und Arbeitslosigkeit sowie Lebensumstände und Alltag. So werden z. B. häufig Angestellte gezeigt, die von der Arbeitslosigkeit bedroht sind und versuchen, sich davor zu schützen. Neben dem Themenkomplex Großstadt, Industrie und Arbeitslosigkeit spielten auch Kriegsdarstellungen eine wichtige Rolle. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues (1928).

     Lyrik der Neuen Sachlichkeit

Das wichtigste Kriterium der Lyrik der Neuen Sachlichkeit war die Orientierung am Gebrauchswert. Man spricht daher auch von Gebrauchslyrik. Mithilfe lyrischer Gebrauchsanweisungen konnten die Autoren die Rezeption ihrer Werke steuern, z. B. tat dies Brecht in seiner Hauspostille mit einer Anleitung zum Gebrauch der einzelnen Lektionen. Neben Brecht produzierten auch Kästner (z. B. Herz auf Taille, 1928; Gesang zwischen den Stühlen, 1932), Tucholsky (z. B. Ideal und Wirklichkeit) und Ossietzky Gebrauchslyrik.

Kurt Tucholsky – Ideal und Wirklichkeit

In stiller Nacht und monogamen Betten
denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt.
Die Nerven knistern. Wenn wir das doch hätten,
was uns, weil es nicht da ist, leise quält.
   Du präparierst dir im Gedankengange
   das, was du willst – und nachher kriegst das nie …
   Man möchte immer eine große Lange,
   und dann bekommt man eine kleine Dicke –
      C’est la vie -!

Sie muß sich wie in einem Kugellager
in ihren Hüften biegen, groß und blond.
Ein Pfund zu wenig – und sie wäre mager,
wer je in diesen Haaren sich gesonnt …
   Nachher erliegst du dem verfluchten Hange,
   der Eile und der Phantasie.
   Man möchte immer eine große Lange,
   und dann bekommt man eine kleine Dicke –
      Ssälawih -!

Man möchte eine helle Pfeife kaufen
Und kauft die dunkle – andere sind nicht da.
Man möchte jeden Morgen dauerlaufen
und tut es nicht. Beinah … beinah …
   Wir dachten unter kaiserlichem Zwange
   an eine Republik … und nun ists die!
   Man möchte immer eine große Lange,
   und dann bekommt man eine kleine Dicke –
      Ssälawih -!
Ideal und Wirklichkeit

     Drama der Neuen Sachlichkeit

Die wichtigsten Theaterformen der Neuen Sachlichkeit waren das politische Theater, das Dokumentartheater, das Epische Theater und das Volksstück. Zu den wichtigsten Volksstückautoren gehörte Carl Zuckmayer mit Werken wie Der fröhliche Weinberg (1925) und Der Hauptmann von Köpenick (1931). Mit der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny gelang Brecht ein großer Erfolg als Bühnenautor.

     Episches Theater der Neuen Sachlichkeit

Das Epische Theater ist eine Theaterform, die den Zuschauer nicht in eine Illusion einhüllt, sondern versucht, diese durch bestimmte Verfremdungseffekte zu brechen. Brecht schuf damit eine moderne Theaterform, die mit der Tradition des Dramas nach Aristoteles oder Lessing radikal brach.

Epische Dramen weisen keinen strengen Aufbau, wie die Einteilung in Akte und Szenen, auf, sondern haben die Form von Episoden. Das Ende ist meist offen. Die Wirkungsabsicht besteht nicht mehr in der Einfühlung des Zuschauers in den Protagonisten. Statt dessen soll eine Distanzierung vom Dargestellten erreicht werden, die dem Zuschauer eine Interpretation ermöglicht und ihn zu Veränderungen erkannter Missstände anregt. Die Theaterform nennt man episch, da außerhalb der Handlung ein Erzähler vorkommt.

Verfremdungseffekte

  • Erzählerkommentare zum Publikum
  • Spruchbänder
  • Plakate
  • Songs
  • Chöre

1930 unternahm Brecht einige der ersten theoretischen Überlegungen zum Epischen Theater. Diese schrieb er in den Anmerkungen zur Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny nieder. Darin stellte Brecht unter anderem die dramatische Form des Theaters der epischen Form gegenüber.

Literarische Formen der Neuen Sachlichkeit

  • Roman
  • Reportage
  • Dokumentation
  • Sachbericht
  • Zeitroman
  • Montage
  • Gebrauchslyrik

Vertreter der Neuen Sachlichkeit

  • Bertolt Brecht (1898-1956)
  • Alfred Döblin (1878-1957)
  • Hans Fallada (1893-1947)
  • Lion Feuchtwanger (1884-1958)
  • Hermann Hesse (1877-1962)
  • Franz Kafka (1883-1924)
  • Erich Kästner (1899-1974)
  • Thomas Mann (1875-1955)
  • Robert Musil (1880-1942)
  • Erich Maria Remarque (1898-1970)
  • Joseph Roth (1894-1939)
  • Kurt Tucholsky (1890-1935)
  • Robert Walser (1878-1956)
  • Carl Zuckmayer (1896-1977)

Werke der Neuen Sachlichkeit

  • Siddharta (1922) – Hesse
  • Der Zauberberg (1924) – Th. Mann
  • Der Prozeß (1925) – Kafka
  • Der Steppenwolf (1927) – Hesse
  • Erfolg (1927/30) – Lion Feuchtwanger
  • Aufstand der Fischer von St. Barbara (1928) – Seghers
  • Im Westen nichts Neues (1929) – Remarque
  • Berlin Alexanderplatz (1929) – Döblin
  • Narziß und Goldmund (1930) – Hesse
  • Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930) – Brecht
  • Der Mann ohne Eigenschaften (1930) – Musil
  • Hiob (1930) – Roth
  • Geschichten aus dem Wiener Wald (1931) – Ödön von Horvath
  • Der Hauptmann von Köpenick (1931) – Zuckmayer
  • Kleiner Mann – was nun? (1932) – Fallada
  • Vor Sonnenuntergang (1932) – Hauptmann
  • Radetzkymarsch (1932) – Roth

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Avantgarde / Dadaismus (1915-1925) – Epoche der Literatur

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Epoche: Avantgarde / Dadaismus

Die Bezeichnung Avantgarde, ein ursprünglich militärischer Begriff, stammt aus dem Französischen und bedeutet ‚Vorhut‘. Avantgardistische Schriftsteller traten mit einem progressiven Programm und mit ihren Werken inhaltlich und formal in Opposition zu bestehenden literarischen Strömungen. Als avantgardistische Bewegungen verstanden sich der Futurismus, der Dadaismus und der Surrealismus.

Der Dadaismus entstand 1916 in Zürich als Synthese aus futuristischen und expressionistischen Elementen. Mit dem Begriff Dada, das einem kindlichen Ausdruck gleicht, wollte man sich gegen alles abgrenzen, wie z. B. geschlossene Werke, Bürgerlichkeit und klassische Weltbilder. Dada sollte Ausdruck einer Antikunst und Protesthaltung sein.

Historischer Hintergrund

Das wichtigste historische Ereignis während des Dadaismus war der Erste Weltkrieg. Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland beseitigte die Monarchie und führte zur Errichtung einer parlamentarischen Republik. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 ging Friedrich Ebert als erster Präsident der Weimarer Republik hervor. Am 11. August 1919 wurde von der Mehrheit der Nationalversammlung die Weimarer Verfassung angenommen.

Dadaistische Literatur

Der Dadaismus verstand sich als neue Kunstrichtung, darüber hinaus jedoch auch als eine neue Geistesrichtung. Viele dadaistische Werken waren von allgemeinen Grundtendenzen, wie vor allem die ablehnende Haltung gegenüber Krieg, Bürgerlichkeit und traditioneller Kunstprogrammatiken, sowie die Zuwendung zu einer Radikalisierung und Destruktion bestimmt. Die abwertende Haltung wurde in der Literatur nicht durch einfache Negation erreicht, sondern durch Brüche in der Logik des Textes, indem vorher getroffene Aussagen später wieder aufgehoben wurden.

Formale Gemeinsamkeiten in dadaistischen Werken waren die Dekonstruktion von Sätzen und Wörtern, die Schaffung von Collagen und Montagen und das Prinzip der Simultaneität. Eine wichtige Neuerung, die bei der Literaturproduktion eingesetzt wurde, war das Zufallsprinzip. Zufällig gefundene Textelemente sind dadurch zu einem Teil der Kunst geworden.

     Zentrum und Nebenzentren

Das Zentrum des Dadaismus war das Züricher ‚Cabaret Voltaire‘ mit seinen Vertretern, wie Hans Arp, Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Tristan Tzara. In Deutschland kam es bald zur Herausbildung einzelner dadaistischer Gruppierungen, wie dem Berliner Dadaismus, dem Kölner Dadaismus und dem Privat-Dadaismus Kurt Schwitters.

     Programm

Im Dadaismus entstanden zahlreiche Programmatiken, die jedoch nicht auf eine einheitliche Richtung ausgerichtet waren. Oft widersprachen sie sich sogar. Eines der wichtigsten dadaistischen Programme ist das 1918 auf einem Flugblatt erschienene Dadaistische Manifest von Huelsenbeck unter anderem, indem eine Selbstbestimmung vorgenommen wurde.

Das Manifest wurde von den wichtigsten Vertretern des Züricher und Berliner Dadaismus unterschrieben. Das Prinzip der Aufhebung vorher getroffener Aussagen wurde im letzten Satz dieses Manifestes angewandt: „Gegen dies Manifest sein, heißt Dadaist sein!“

     Lautgedichte und Buchstabengedichte

Zu den bekanntesten dadaistischen Werken zählen die Laut- und Buchstabengedichte. Das Ausgangsmaterial für Lautgedichte sind Wörter, die dekonstruiert und zerstört werden, bis nur noch einzelne Laute übrig bleiben. Der Schwerpunkt der Lautgedichte ist die Akustik. Die wichtigsten Lautgedichte stammen von Hugo Ball, wie z. B. Karawane.

Buchstabengedichte sind vor allem auf den optischen Ausdruck ausgerichtet. Das Ausgangsmaterial für Buchstabengedichte sind auch Wörter, die jedoch nicht zu Lauten, sondern zu graphischen Zeichen dekonstruiert werden. Zu den wichtigsten Verfassern von Buchstabengedichten gehört Raoul Hausmann.

Karawane – Hugo Ball

jolifanto bambla o falli bambla
großiga m’pfa habla horem
egiga goramen
higo bloiko russula huju
hollaka hollala
anlogo bung
blago bung
blago bung
bosso fataka
ü üü ü
schampa wulla wussa olobo
hej tatta gorem
eschige zunbada
wulubu ssubudu uluw ssubudu
tumba ba- umf
kusagauma
ba – umf
Karawane

     Merzdichtung

Die Merzdichtung ist ein Teil der von Kurt Schwitters geschaffenen Merzkunst. Die Bezeichnung Merz entnahm er dem Wort Kommerz. Seine Werke veröffentlichte Schwitters in 24 Heften der zwischen 1923 bis 1932 erschienenen Zeitschrift Merz. Die Merzdichtungen sind abstrakte Dichtungen. Sie wurden aus Teilen fertiger Sätze aus Zeitschriften, Katalogen, Plakaten unter andrem gebildet. Schwitters berühmtestes Merzgedicht ist An Anna Blume (1919), dessen wichtigste Ordnungsprinzipien Körper, Farben, Sinne und Grammatik sind.

Literarische Formen

  • Collage
  • Lautgedicht
  • Buchstabengedicht
  • Zufallsgedicht

Vertreter

Werke

  • Cabaret Voltaire (1916) – Hugo Ball
  • Dadaistisches Manifest (1918) – Huelsenbeck u.a.
  • Die Karawane – Hugo Ball
  • An Anna Blume (1919) – Kurt Schwitters
  • Der Vogel selbdritt (1920) – Arp
  • Kaspar ist tot (1920) – Arp
  • Die Wolkenpumpe (1920) – Arp
  • Dada-Almanach (1920) – Huelsenbeck
  • En Avant Dada. Geschichte des Dadaismus (1920) – Huelsenbeck
  • Um ein dadaistisches Gedicht zu machen (1920) – Tzara
  • Das Ketzerbrevier. Ein Kabarettprogramm (1921) – Mehring
  • Sept Manifestes Dada [übersetzt: Sieben dadaistische Manifeste] (1924) – Tzara
  • Die Ursonate (1922/32) – Schwitters

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Expressionismus (1910-1925) – Epoche der Literatur

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Epoche: Expressionismus

Der Begriff Expressionismus stammt vom lat. Wort expressio (= Ausdruck) und bedeutet ‚Ausdruckskunst‘. Er wurde 1911 von Kurt Hiller von der Bildenden Kunst auf die Literatur übertragen.

Der Expressionismus lässt sich in drei Phasen einteilen:

– den Frühexpressionismus 1910-14,
– den Kriegsexpressionismus 1914-18
– den Spätexpressionismus 1918-25.

Historischer Hintergrund

Das wichtigste historische Ereignis während des Expressionismus war der Erste Weltkrieg. Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland beseitigte die Monarchie und führte zur Errichtung einer parlamentarischen Republik. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 ging Friedrich Ebert als erster Präsident der Weimarer Republik hervor. Am 11. August 1919 wurde von der Mehrheit der Nationalversammlung die Weimarer Verfassung angenommen.

Ideologischer Hintergrund

Auf die expressionistischen Schriftsteller wirkten drei wichtige Einflüsse: der Darwinismus, der Kulturpessimismus Nietzsches und die Psychoanalyse Freuds.

Expressionistische Literatur

Die Expressionisten lehnten alle Arten des Denkens ab, die auf Logik und Erklärbarkeit basierten. Die Betrachtung des menschlichen Individuums rückte hinter die Erfassung des Wesens der Dinge. In der Sprache hoben sich die Expressionisten deutlich von anderen Stilrichtungen und Epochen ab.

Die expressionistische Sprache war extrem subjektiv und durch Ekstase und Pathos gekennzeichnet, grammatische Normen wurden dabei oft gebrochen. Alle Gattungen des Expressionismus weisen zudem einen hohen Metapherngebrauch und eine große Farbsymbolik auf.

Else Lasker-Schüler (aus: Wikimedia)

Am Anfang des Expressionismus war die Lyrik die dominierende Gattung. Die ersten expressionistischen Gedichte waren Weltende (1905) von Else Lasker-Schüler und Weltende (1910) von Jakob van Hoddis. Die expressionistische Lyrik ist gemischt von Traditionsbruch und der Beibehaltung traditioneller lyrischer Formen. Außerdem betrieben viele Expressionisten Experimente in der Form.

Der grammatische Satzbau der Verse wurde oft gebrochen. Viele expressionistische Gedichte waren von einer großen Metaphorik, Bildlichkeit und Farbsymbolik gekennzeichnet. Häufig fanden auch hässliche oder schockierende Elemente in ihnen ihren Platz, wie z. B. in den Gedichten Gottfried Benns. Die ästhetische Ausgrenzung des Hässlichen, wie in anderen Strömungen, wurde aufgegeben. Manche Autoren verwendeten oft Neologismen (Wortneuschöpfungen).

Die wichtigsten expressionistischen Lyriker waren Else Lasker-Schüler, Jakob van Hoddis, Franz Werfel, Alfred Lichtenstein, Gottfried Benn, Johannes Becher, Ernst Stadtler, August Stramm sowie Georg Trakl.

Jakob van Hoddis – Weltende (1910)

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei.
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Der Typus des Stationendramas eignete sich hervorragend, um die traditionelle Dramenform aufzubrechen. Der Gang der Handlung verläuft nicht in einer geordneten Reihenfolge, sondern setzt sich aus einzelnen, meist unverbundenen Elementen, Stationen oder Bildern zusammen. Charakteristisch für die Thematik vieler Dramen war ein Wandlungsprozess des Protagonisten, wie er programmatisch in Tollers Die Wandlung (1919) gezeigt wird.

Nach der freiwilligen Kriegsbeteiligung des Protagonisten findet dieser bald die wahren Hintergründe des Krieges heraus. Er wandte sich von ihm ab und der Revolution zu, die er zu verbreiten versucht. Brechts dramatisches Frühwerk, Baal (1919) und Trommeln in der Nacht (1922), sind in die Zeit des Expressionismus einzuordnen.

Das epische Werk des Expressionismus fand bei der Nachwelt nur wenig Beachtung, trotz des Vorhandenseins zahlreicher und umfangreicher epischer Texte. Zu den wichtigsten Prosaautoren gehörten Alfred Döblin (Die Ermordung einer Butterblume, 1910) und Carl Einstein (Bebuquin, 1912) sowie Autoren, deren Zuordnung umstritten ist, wie Heinrich Mann, Robert Walser und Franz Kafka.

Literarische Formen im Expressionismus

  • traditionelle Formen und Traditionsbruch in der Lyrik
  • Stationendrama, Verkündigungsdrama
  • Prosa (Roman, Erzählung, Novelle, u. a.)

Vertreter des Expressionismus

  • Gottfried Benn (1886-1956)
  • Alfred Döblin (1878-1957)
  • Jakob van Hoddis (1887-1942)
  • Franz Kafka (1883-1924)
  • Else Lasker-Schüler (1869-1945)
  • Heinrich Mann (1871-1950)
  • Robert Musil (1880-1942)
  • Ernst Stadler (1883-1914)
  • Carl Sternheim (1878-1942)
  • Ernst Toller (1893-1939)
  • Georg Trakl (1887-1914)
  • Robert Walser (1878-1956)
  • Franz Werfel (1890-1945)

Werke des Expressionismus

  • Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen (1905) – H. Mann
  • Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906) – Musil
  • Die Ermordung einer Butterblume (1910) – Döblin
  • Bebuquin (1912) – C. Einstein
  • Gesänge an Berlin (1914) – Lichtenstein
  • Gehirne (1915) – Benn
  • Die Verwandlung (1915) – Kafka
  • Der Untertan (1918) – H. Mann
  • Weltende (1918) – Hoddis
  • Baal (1919) – Brecht
  • Menschheitsdämmerung, Symphonie jüngster Dichtung (1920) – Pinthus
  • Masse Mensch (1920) – Toller
  • Trommeln in der Nacht (1922) – Brecht
  • Die Maschinenstürmer (1922) – Toller

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Moderne (1890-1920) – Epoche der Literatur

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Literatur der Moderne

In den neunziger Jahren wurde der Naturalismus allmählich abgelöst. An seine Stelle traten viele gegen- und nachnaturalistische Strömungen bzw. Ismen: Ästhetizismus, Impressionismus, Jugendstil, Symbolismus und Neuromantik. Dieser Stilpluralismus setzte zunächst in Österreich ein, weitete sich aber schnell auf Deutschland aus. Die naturalistische Objektivität wurde verdrängt, stattdessen besann man sich wieder auf das „Ich“, Individualität und Subjektivität.

Die Entwicklung der Ismen wurde durch die zunehmende Nietzsche- und Stirner-Rezeption weiter vorangetrieben. Davon entfernten sich wieder ab 1910 die Expressionisten. Neue Errungenschaften in den Naturwissenschaften, z. B. Einsteins Relativitätstheorie, führen die Physik zu Beginn des 20. Jahrhunderts in eine Krise. Darin wird ein Verlust traditioneller Werte gesehen. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Entwicklung der Moderne war die Sprachkrise der Jahrhundertwende, in welcher die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache diskutiert wurden (z. B. im Brief des Lord Chandos von Hugo von Hofmannsthal).

Sprache – Sprachlosigkeit – Sprachkrise

Die Dichtungen der Jahrhundertwende waren, wie kaum zuvor, sprachgewaltig: Metaphern, Symbole, Bilder, Alliterationen, Assonanzen, Synästhesien durchzogen sie in großem Maße. Die Kunst war niemandem anders mehr verpflichtet als sich selbst.

Mit der Jahrhundertwende kam es zu einer zunehmenden Selbstkritik der modernen Autoren. Am deutlichsten zeigst sich diese im Chandos-Brief von Hugo von Hofmannsthal, der ihn im Alter von 28 Jahren verfasste. In diesem fiktiven Brief an Francis Bacon bedauert Lord Chandos den „gänzlichen Verzicht auf literarische Betätigung“. Chandos ist „die Fähigkeit abhanden gekommen, über irgend etwas zusammenhängend zu denken und zu sprechen„. Für Lord Chandos ist Denken und Sprechen nur noch in einer Sprache möglich, die es so noch nicht gibt.

Der Chandos-Brief ist zum einen Sprachkritik, da er sich gegen die konventionellen Sprachgewohnheiten stellt. Zum anderen ist er ein grundsätzlicher Zweifel daran, in wiefern sich die Realität mit Sprache wiedergeben lässt.

Literarische Formen in der Moderne

  • Lyrik
  • Prosagedicht
  • Studie
  • Skizze
  • Brief
  • Kunstmärchen
  • Einakter
  • Essay
  • Aphorismus
  • Novelle

Vertreter der Moderne

Werke der Moderne

  • Hymnen (1890) – George
  • Überwindung des Naturalismus (1891) – Bahr
  • Frühlings Erwachen (1891) – Wedekind
  • Leutnant Gustl (1900) – Schnitzler
  • Buddenbrooks (1901) – Th. Mann
  • Ein Brief [sog. Chandos-Brief] (1902) – Hofmannsthal
  • Peter Camenzind (1904) – Hesse
  • Galgenlieder (1905) – Morgenstern
  • Das Bergwerk zu Falun (1906) – Hofmannsthal
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910) – Rilke
  • Jedermann (1911) – Hofmannsthal
  • Der Tod in Venedig (1912) – Th. Mann
  • Duineser Elegien (1923) – Rilke
  • Sonette an Orpheus (1923) – Rilke

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Naturalismus (1880-1900) – Epoche der Literatur

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Epoche: Naturalismus

Naturalismus allgemein bezeichnet eine Stilrichtung, bei der die Wirklichkeit ohne jegliche Ausschmückungen oder subjektive Ansichten exakt abgebildet wird. Der Naturalismus gilt auch als Radikalisierung des Realismus.

Historischer Hintergrund

Zu Beginn der 1880er Jahre kam es zu großen Fortschritten und Weiterentwicklungen in den Wissenschaften, z. B. 1884 wurde die Dampfturbine, 1887 die Schallplatte und 1893 der Dieselmotor erfunden.

Bestimmend für die innen- und außenpolitische Entwicklung war Reichskanzler Bismarck. Im Deutschen Reich und in Europa wurde durch ihn eine gewisse Stabilität geschaffen, die erst wieder abnahm, als Bismarck 1890, wegen politischen Differenzen mit dem neuen Kaiser Willhelm II., zurücktreten musste.

Grundlagen des Naturalismus

Der Naturalismus beruhte nicht allein auf den Erkenntnissen der Naturwissenschaften, z. B. Charles Darwins Evolutionstheorien, er wurde auch stark von der Philosophie des Positivismus beeinflusst. Die wichtigste Bedeutung hatte aber die Milieutheorie Taines. Er fasste den Menschen als ein von Milieu und Rasse (Erbanlagen und soziale Verhältnisse) abhängiges Wesen auf.

Literatur des Naturalismus

Wie in meist jeder anderen Epoche sind auch im Naturalismus alle Gattungsarten vertreten: Lyrik, Epik und Dramatik. Jedoch unterscheiden sich die Anteile literarischer Schöpfungen in verschiedenen Zeitperioden. Zwischen 1880 bis 1885 dominierte neben Theorien und Proklamationen vor allem die Lyrik, von 1885 bis 1890 v. a. Prosatexte und seit den 90er Jahren Dramen und Romane.

     Herausbildung des Naturalismus

Die Strömung des Naturalismus lässt sich in drei wesentliche Abschnitte gliedern: den Frühnaturalismus (1880-1889), den Hochnaturalismus (1889-1895) und den Zerfall des Naturalismus (1895-?). Es ist jedoch zu beachten, dass die Perioden ineinander überfließen und die Strömung insgesamt schließlich ganz zerfließt.

Im Deutschland bildeten sich zwei Zentren heraus: München und Berlin. Zwei Jahre geben in der Entwicklung des Naturalismus einen entscheidenden Einschnitt: 1885 und 1889. 1885 wurde die Münchener Zeitung Die Gesellschaft gegründet, Arno Holz veröffentlichte seine Gedichtsammlung Buch der ZeitLieder eines Modernen. 1889 wurde in Berlin die „Freie Bühne“ gegründet, Hauptmanns Vor Sonnenaufgang hatte Premiere.

In den Zentren Berlin und München bildeten sich bestimmte Gruppierungen von naturalistischen Schriftstellern heraus. In Berlin sammelten sich um die Zeitschrift „Kritische Waffengänge“ von den Brüdern Hart, Bölsche, Holz und Schlaf. In München bildete sich 1885 eine Gruppe um die Zeitschrift Die Gesellschaft (gegründet von Michael Georg Conrad), der auch Hermann Conradi angehörte. Zwischen beiden Gruppierungen gab es starke Kontraste. 1886 entstand in Berlin der Verein „Durch!“.

Für die Entwicklung des Naturalismus trugen außerdem Auguste Comte und Hyppolite Taine einen entscheidenden Anteil. Comte kam mit Beobachtungen und Experimenten zu einer „positiven“ Methode der Analyse, anstatt auf Spekulationen zu vertrauen. Taine sah als Basis für positivistische Experimente die Einheit aus Rasse, Milieu und Moment. Er formulierte diese Aspekte in seiner Milieutheorie.

Arno Holz fand 1891 in seinem Werk Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze. eine Gesetzmäßigkeit in allen Ereignissen. Von ihm stammt die mathematische Formel „Kunst = Natur – x“. Das „x“, die Differenz aus Natur und Kunst, müsse dabei so klein wie möglich sein, damit die Literatur die Realität möglichst exakt abbildet.

     Lyrik des Naturalismus

Die wesentlichsten Probleme, die von der naturalistischen Lyrik behandelt wurden, lauten „Soziale Frage“ und Großstadt. Obwohl die Großstadtlyrik z.B. schon zur Hälfte des 19. Jahrhunderts in Paris auftrat, wurde das Sujet erst von den Naturalisten lyrisch erfasst. Die Probleme der urbanen Lebensweise drücken sich in einer Reizüberflutung aus, die bis weit in den Expressionismus hineinreicht. Dabei wird die Großstadt meist als Ort des Elends und Schmutzes wahrgenommen, ein Ort, an dem alle Aspekte der Natur verlorengegangen sind. Dies zeigt sich z. B. im Großstadtmorgen (1886) von Arno Holz.

Die soziale Lyrik tauchte meist gemeinsam mit der Großstadtlyrik auf. Ihr Inhalt war meist mit scharfer Sozialkritik geprägt.

Als bedeutendster Lyriker des Naturalismus zählt Arno Holz mit seinem Buch der Zeit (1886). Wichtige Merkmale seiner Lyrik sind Mittelachsenzentrierung, Verzicht auf Reim und Metrik, die den Rhythmus eines literarischen Werkes entscheidend beeinflussen.

     Naturalistische Prosa

Epischen Kleinformen, wie Skizze, Studie, Novelle, Kurzerzählung, usw. wurden von den Naturalisten vorrangig verwendet. Thema der Prosaformen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Beziehung zwischen Dichter und Proletariat, Großstadt und Industrialisierung.

Eine vollkommen neue Erzähltechnik, die erstmals von den Naturalisten verwendet wurde, ist der Sekundenstil. Mit Hilfe dieser Technik wurde Sekunde für Sekunde Raum und Zeit geschildert, mit dem Ziel der Widerspiegelung der Realität.

Die Bezeichnung Sekundenstil wurde 1900 von Hanstein erfunden. Die Technik des Sekundenstils fand z. B. bei Bahnwärter Thiel von Hauptmann oder Papa Hamlet von Holz/Schlaf Anwendung. Eine weitere Technik, die man häufig in naturalistischer Prosa antrifft, ist der innere Monolog, der häufig mit den Gestaltungsmitteln des Sekundenstils übereinstimmt.

Gestaltungsmittel des Sekundenstils: photographisch und phonographisch exakte Wiedergabe der Wirklichkeitkaum auktoriale Erzählweise, vorwiegend personale Erzählweise und Dialogeexakte Darstellung der Dialoge mit allen Wörtern, Wortfetzen, Pausen, Dialekt, etc.annähernd zeitdeckende Erzählung (Erzählzeit = erzählte Zeit) bis hin zum Zeitlupeneffekt (Erzählzeit länger als erzählte Zeit)

     Naturalistisches Drama

In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Drama zum wichtigsten Mittel literarischer Schöpfungen. Die schon in naturalistischer Prosa eingesetzten Techniken, wie Dialekt, Jargon, Milieuschilderung und Sekundenstil, kamen auch im Drama zum Ausdruck.

Gerhart Hauptmann (1862-1946)

Das Drama im Naturalismus wurde von vielen Seiten zur damaligen Zeit kritisiert. Hauptmanns Vor Sonnenaufgang, z. B., sah man als Vermischung von Epik und Dramatik an. Die Handlung im naturalistischen Drama wurde reduziert, im Zentrum stand die Darstellung der Charaktere.

Im Drama des Naturalismus ist die Einheit von Ort, Handlung und Zeit der einzelnen Akte eingehalten. Sie soll die Authentizität des Dargestellten verwirklichen. Die meisten Bühnenstücke haben einen offenen Anfang und offenen Ausgang.

Der Zurückgang des Dramatischen, die Reduzierung der Handlung und die Konzentration auf bestimmte Objekte waren er Ausgangspunkt für die Entwicklung des epischen Theaters für Brecht. Das Epische war notwendig, um das Soziale darzustellen.

Eine große Popularität genossen auch die Dramen von Ibsen in Deutschland.

Henrik Ibsen
Henrik Ibsen (1828-1906)

Literarische Formen im Naturalismus

  • experimentelle Prosa: Dialekt und Alltagssprache, Zeitdeckung, Sekundenstil, genaue Darstellung kleinster Bewegungen und des Mienenspiels
  • im Drama: ausführliche Regieanweisungen
  • „Revolution“ der Lyrik: geprägt von Arno Holz, äußerlich Zentrierung der Verse auf eine gedachte Mittelachse, z. B. Phantasus (Holz)

Arno Holz – Rote Dächer! aus Phantasus

Rote Dächer!
Aus den Schornsteinen, hier und da, Rauch,
oben, hoch, in sonniger Luft, ab und zu Tauben.
Es ist Nachmittag.
Aus Mohdrickers Gartern her gackert eine Henne,
die ganze Stadt riecht nach Kaffee.

Ich bin ein kleiner, achtjähriger Junge
und liege, das Kinn in beide Fäuste,
platt auf den Bauch
und kucke durch die Bodenluke.
Unter mir, steil, der Hof,
hinter mir, weggeworfen, ein Buch.
Franz Hoffmann. Die Sclavenjäger.

Wie still das ist!

Nur drüben in Knorrs Regenrinne
zwei Spatzen, die sich um einen Strohhalm zanken,
ein Mann, der sägt,
und dazwischen, deutlich von der Kirche her,
in kurzen Pausen, regelmäßig, hämmernd,
der Kupferschmied Thiel.

Wenn ich unten runtersehe,
sehe ich grade auf Mutters Blumenbrett:
ein Topf Goldlack, zwei Töpfe Levkoyen, eine Geranie
und mittendrin, zierlich in einem Zigarrenkistchen,
ein Hümpelchen Reseda.

Wie das riecht? Bis zu mir rauf!

Und die Farben!
Jetzt! Wie der Wind drüber weht!
Die wunder, wunderschönen Farben!

Ich schließe die Augen. Ich sehe sie noch immer.

Vertreter des Naturalismus

  • Wilhelm Bölsche (1861-1939)
  • Michael Georg Conrad (1846-1927)
  • Hermann Conradi (1862-1890)
  • Heinrich Hart (1855-1906)
  • Julius Hart (1859-1930)
  • Gerhart Hauptmann (1862-1946)
  • Arno Holz (1863-1929)
  • Johannes Schlaf (1862-1941)
  • Bruno Wille (1860-1928)
  • Ernst von Wolzogen (1855-1934)

Werke des Naturalismus

  • Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie (1887) – Bölsche
  • Bahnwärter Thiel (1888) – Hauptmann
  • Vor Sonnenaufgang (1889) – Hauptmann
  • Papa Hamlet (1889) – Holz/Schlaf
  • Familie Selicke (1889) – Holz/Schlaf
  • Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze (1891) – Holz
  • Die Weber (1892) – Hauptmann
  • Meister Oelze (1892) – Schlaf
  • Der Biberpelz (1893) – Hauptmann
  • Fuhrmann Henschel (1898) – Hauptmann
  • Revolution der Lyrik (1899) – Holz

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Realismus (1848-1890) – Epoche der Literatur

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Epoche: Realismus

Realismus ist abgeleitet von lat. res – Ding, Sache, Wirklichkeit. Der Realismusbegriff ist äußerst vielschichtig und mehrdeutig. So tritt er in der Literatur z. B. als Stilmerkmal, in Form eines kritischen Realismus und sozialistischen Realismus, oder als Bezeichnung für eine Literaturperiode, als poetischer Realismus, auf.

Der Begriff des poetischen Realismus wurde von Otto Ludwig 1871 auf den deutschen Realismus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts angewandt.

Historischer Hintergrund

Im März des Jahres 1848 fand in Wien, Berlin und anderen Staaten des Deutschen Bundes die sogenannte Märzrevolution statt. 1861 wurde Wilhelm I. König von Preußen, 1862 Otto von Bismarck preußischer Ministerpräsident. Am 18. Januar 1871 kam es in Versailles zur Reichsproklamation. Der preußische König wurde zum deutschen Kaiser, Bismarck zum Reichskanzler.

Die Innenpolitik des Deutschen Reichs wurde vor allem durch die sogenannte „Zuckerbrot- und Peitschenpolitik“ Bismarcks bestimmt. Mit der „Zuckerbrotpolitik“ meint man die Schaffung der Sozialgesetze, um die durch Industrialisierung und Wirtschaftskrise verschärften sozialen Gegensätze zu bekämpfen. Die „Peitschenpolitik“ bezeichnet vor allem Bismarcks Streit mit den liberalen Parteien und den Sozialdemokraten.

Bismarck strebte nach der Reichsgründung eine friedliche Außenpolitik mit der Isolation Frankreichs an. Mit Bismarcks Rücktritt 1890 setze in der deutschen Außenpolitik unter Wilhelm II. ein Kurswechsel zu Aufrüstung und Kolonialpolitik ein.

Philosophischer Hintergrund

Die Philosophie der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war stark geprägt vom Positivismus und dem historischen Materialismus. Positivisten vertraten die Meinung, dass Erkenntnis nur aus empirischer Beobachtung der Natur und aus Erfahrung abgeleitet werden könne.

Die Hauptvertreter dieser Richtung waren Auguste Comte (1798-1857) und Hippolyte Taine (1828-1893). 1848 wurde das Kommunistische Manifest von Marx und Engels veröffentlicht. Der historische Materialismus, z. B. von Karl Marx (1818-1883) oder Ludwig Feuerbach (1804-1872) vertreten, betrachtet die gesellschaftliche Entwicklung des Menschen materialistisch. Wichtig ist dabei, dass das Sein über das Bewusstsein dominiert.

Literatur des Realismus

Diskussionen über Inhalte und Formen von Literatur fanden hauptsächlich in literarischen Zirkeln, wie z. B. in dem 1827 gegründeten „Tunnel über der Spree“ in Berlin, statt als in einer breiten Öffentlichkeit.

     Merkmale realistischer Literatur

Realistische Literatur durfte nicht bloß eine Wiedergabe der Wirklichkeit sein, sondern musste mit literarischen Mitteln die Realität verarbeiten. Die Dichter des Realismus kombinierten dabei eine genaue Realitätsbeschreibung mit einer subjektiven Erzählhandlung. Häufig wurde die Wirklichkeit mit Humor und Ironie verklärt.

Ein weiteres Merkmal ist die formale, inhaltliche und stoffliche Einfachheit in oft breiter Ausgestaltung. Auf drastische Stilmittel wurde weitestgehend verzichtet. Durch eine harmonische Verbindung der inneren und äußeren Räumlichkeiten in vielen Werken und durch die breite Ausgestaltung wurde beim Leser der Eindruck der Realität und die unmittelbare Anteilnahme daran erweckt.

     Lyrik des Realismus

Nach 1848 setzte im Grenzboten eine heftige Kritik an der Metaphernüberladenheit der Restaurationslyrik, wie sie z. B. teilweise in den Gedichten Droste-Hülshoffs zu finden ist, ein, um der Entfernung der Lyriksprache von der Alltagssprache entgegenzuwirken. Dies zeigt sich z.B. in Hebbels Gedichten Ich und Du (1843), Ein Bild aus Reichenau (1848), Herbstbild (1852) und Liebesprobe (1854).

Die Lyriker im Realismus wollten in ihren Gedichten nicht etwas Realistisches darstellen, sondern eine poetische Welt zur Realität schaffen. Bedeutende deutschsprachige Lyriker im Realismus waren Storm, Fontane, Meyer, Keller und Ferdinand von Saar. Die lyrischen Werke dieser Autoren treten heute oft in den Schatten ihrer epischen Werke oder geraten fast in Vergessenheit.

C. F. Meyer verband in seinen Gedichten (Der römische BrunnenZwei SegelDer schöne TagAuf dem Canal Grande) eine genaue Sinnliche Darstellung der Wirklichkeit mit einer symbolischen und subjektiven Deutung. Solche Gedichte werden auch Dinggedichte bezeichnet. Charakteristisch für sie ist, dass das Ding objektiv und distanziert betrachtet wird und alles Unwesentliche dabei vernachlässigt wird.

     Epik im Realismus

1855 erschien Gustav Freytags Roman Soll und Haben, der zum Vorbild für die ganze Epoche wurde. Einer der wichtigsten Vertreter der Epik im Realismus war Fontane. Seine ersten Werke waren zunächst noch frei von Gesellschaftskritik oder Aufklärung bestehender Missverhältnisse, diese kamen erst in seinen späteren Werken, meist aber versteckt, zum Ausdruck.

In Effi Briest (1895) übte Fontane, wenn auch verhalten, Kritik an den Konventionen und Normen der preußischen Gesellschaft und ihrem Ehrenkodex und zeigt die Unfähigkeit des Adels, ihr zu entkommen. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1886, bei der sich ein preußischer Offizier mit einem Amtsrichter wegen eine Liebesaffäre dessen mit seiner Frau duellierte.

Die Novelle fand in der Zeit des Realismus ihren Höhepunkt. Es entstanden zahlreiche Novellenzyklen und Novellen, wie in noch keiner anderen Epoche zuvor.

Noch heute sehr bekannt ist z. B. Kellers Novellenzyklus Die Leute von Seldwyla oder Storms Novellen Der Schimmelreiter und Immensee. Aber auch viele andere Autoren waren als Novellisten tätig, so z. B. Conrad Ferdinand Meyer, A. Stifter (Der Hochwald), Theodor Fontane (Schach von Wuthenow), Jeremias Gotthelf (Die schwarze Spinne), Franz Grillparzer (Der arme Spielmann), Wilhelm Raabe (Zum wilden Mann), Ferdinand v. Saar und Marie von Ebner-Eschenbach.

     Realistisches Drama

Das Drama trat im Realismus weit hinter Epik und Lyrik zurück. Von den Dramatikern dieser Zeit sind lediglich Hebbel und Grillparzer besonders hervorgetreten und populär geworden.

Bedeutende, noch heute gespielte Dramen Hebbels sind Judith (1843), Maria Magdalene (1843) und Agnes Bernauer (1851). Grillparzer wurde v. a. durch Die Ahnfrau (1817) und die Dramentrilogie Das goldene Vlies (1821) berühmt.

Literarische Formen im Realismus

  • Dinggedicht
  • Entwicklungsroman
  • Gesellschaftsroman
  • Historischer Roman
  • Novelle
  • Dorfgeschichte

Dinggedicht:
In einem Dinggedicht wird ein Ding objektiv und distanziert betrachtet. Alles Unwesentliche entfällt bei der Betrachtung. Das Ding wird daher nicht nur symbolisch, sondern auch subjektiv erfasst. Häufig werden Gegenstände der bildenden Kunst zum Thema eines Dinggedichtes und werden somit neu geschaffen. Dinggedichte sind z. B. bei Mörike, Conrad Ferdinand Meyer und Rilke zu finden.

Entwicklungsroman:
Ein Entwicklungsroman zeigt den Entwicklungsprozess einer Figur, die oft zum Ideal einer Gesellschaftsschicht heranreift, in Korrespondenz mit ihrer Umwelt.

Gesellschaftsroman:
Ein Gesellschaftsroman beschreibt die zeitgeschichtlichen Verhältnisse einer Gesellschaft genau und übt meist Kritik an ihren Missständen aus.

Historischer Roman:
Ein historischer Roman lehnt sich an historisch authentische Ereignisse und Personen an. Wie nah dabei die Anlehnung an die Realität ist, hängt vom jeweiligen Autor ab.

Dorfgeschichte:
Merkmale einer Dorfgeschichte sind Klarheit und Einfachheit, die durch Volkstümlichkeit bewirkt werden, und eine Erzählperspektive aus bäuerlicher Sicht.

Vertreter des Realismus

Werke des Realismus

  • Die schwarze Spinne (1842) – Gotthelf
  • Maria Magdalene (1844) – Hebbel
  • Immensee (1850) – Storm
  • Gedichte (1852) – Storm
  • Bunte Steine (1853) – Stifter
  • Der grüne Heinrich (1854/55; 1879/80) – Keller
  • Soll und Haben (1855) – Freytag
  • Die Leute von Seldwyla (erster Band, 1856) – Keller
  • Pankraz, der Schmoller
  • Romeo und Julia auf dem Dorfe
  • Frau Regel Amrain und ihr Jüngster
  • Die drei gerechten Kammacher
  • Spiegel, das Kätzchen
  • Der Nachsommer (1857) – Stifter
  • Die Nibelungen (1861) – Hebbel
  • Der Hungerpastor (1864) – Raabe
  • Die Ahnen (1872) – Freytag
  • Ein Bruderzwist in Habsburg (1872) – Grillparzer
  • Die Leute von Seldwyla (zweiter Band, 1874)
  • Kleider machen Leute
  • Der Schmied seines Glückes
  • Die mißbrauchten Liebesbriefe
  • Dietegen
  • Das verlorne Lachen
  • Zum wilden Mann (1874) – Raabe
  • Vor dem Sturm (1878) – Fontane
  • Irrungen, Wirrungen (1887) – Fontane
  • Der Schimmelreiter (1888) – Storm
  • Frau Jenny Treibel (1892) – Fontane
  • Effi Briest (1895) – Fontane
  • Der Stechlin (1898) – Fontane

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Junges Deutschland & Vormärz (1825-1848) – Epoche der Literatur

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Epoche: Junges Deutschland & Vormärz

Der Begriff Vormärz als Epochenbezeichnung bezeichnet den Zeitraum zwischen 1815 und 1848. Die Literatur des Vormärz wird unterteilt in Junges Deutschland und den eigentlichen Vormärz.

Die Bezeichnung Junges Deutschland wurde zuerst 1834 in Ludolf Wienbargs Ästhetischen Feldzügen verwendet. Es verband die Ablehnung der Restauration und des Adels und das Einsetzen für Presse- und Meinungsfreiheit.


Die literarische Strömung des eigentlichen Vormärz setzte 1840 ein und endete 1848 mit der gescheiterten Märzrevolution.

Historischer Hintergrund

1815 wurde der Wiener Kongress eingeleitet, bei dem die Neuordnung Europas geregelt wurde. Die Zeit zwischen 1815 und 1848 war geprägt von dem Interessenskonflikt zwischen den deutschen Fürsten, welche sich für eine Restauration einsetzten, und dem „Jungen Deutschland“ (Studenten und Professoren), das nach Freiheit und einer politischen Einheit strebte.

1815 kam es zur Gründung des Deutschen Bundes zwischen 39 Einzelstaaten. Es kam außerdem zur Gründung von Burschenschaften, zuerst in Jena, später auch in anderen deutschen Städten.

1819 wurden die Karlsbader Beschlüsse gefasst, welche die Burschenschaften verboten, die Überwachung von Universitäten einleiteten, eine Buch- und Pressezensur einführten und den Einsatz von Spitzeln erlaubten.

1834 kam es zur Gründung des Deutschen Zollvereins, der die innerdeutschen Zollschranken beseitigte und somit eine wirtschaftliche Einheit herstellte. Die Enttäuschung über die unerfüllten Hoffnungen des „Jungen Deutschlands“ und das Festhalten an der alten Ordnung deutscher Fürsten führte 1848 schließlich zur Märzrevolution.

Philosophischer Hintergrund

Der philosophische Hintergrund der Restaurationszeit war vor allem von der Philosophie Friedrich Hegels (1770-1831) und seinen Schriften Phänomenologie des Geistes (1806), Wissenschaft der Logik (1812/16), Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (1817) und Grundlinien der Philosophie des Rechts (1831) geprägt.

Literatur des Jungen Deutschlands

     Zensur

1819 wurde für alle Staaten des Deutschen Bundes eine Vorzensur eingeführt. Sie betraf alle Texte unter 20 Bogen (entspricht 320 Seiten). Damit fielen alle Schriften darunter, die für ein breites Publikum zugänglich waren, wie Zeitungen, Zeitschriften und viele Bücher. Verboten war vor allem die Kritik an den herrschenden politischen Verhältnissen, wie an der Regierung oder an dem Adel.

     Lyrik des Jungen Deutschlands

1827 erschien Heines Buch der Lieder, in dem seine frühen Gedichte zusammengefasst sind. Es besteht aus fünf Zyklen: Junge LeidenLyrisches IntermezzoDie HeimkehrAus der Harzreise und Die Nordsee. Besonders die Gedichte der Zyklen Lyrisches Intermezzo und Die Heimkehr prägten Heines literarischen Ruhm.

Sie zeichneten sich durch Liedhaftigkeit und metrische Einfachheit aus und trugen keine Überschriften. Die am häufigsten anzutreffende Strophenform ist die Volksliedstrophe. Das Thema dieser Gedichte war meist eine unerfüllte oder unerreichbare Liebe.

     Epik des Jungen Deutschlands

Die Epik erschien den jungdeutschen Schriftstellern als die geeignetste Gattung für ihre Werke, da sie durch ihre Regelfreiheit sich am besten ihren verschiedenen Inhalten anpassen konnte.

Die Reiseliteratur hatte mit Heinrich Heine einen Höhepunkt im 19. Jahrhundert. Neben ihrer informierenden und unterhaltenden Funktion, kam ihr mit Heine vor allem eine politisch aufklärende Funktion zu. Seine Reisebilder-Sammlung erschien in vier Teilen zwischen 1826 und 1831:
Band I (1826) enthielt Die HeimkehrDie Harzreise und Die Nordsee, 1. und 2. Abteilung;
Band II (1827) Die Nordsee, 3. AbteilungIdeen. Das Buch Le Grand und Neuer Frühling;
Band III (1830) Italien 1828. I. Reise von München nach GenuaII. Die Bäder von Lucca;
Band IV (1831) Italien 1828. III. Die Stadt Lucca. – Englische Fragmente.

Der wohl bedeutendste Reisebericht dieser Sammlung war Die Harzreise (1826), die nach Heines Wanderung durch den Harz im Sommer 1824 entstand und 1826 veröffentlicht wurde. In diesem Reisebild verarbeitete Heine durch satirisch-witzige Elemente die aktuellen politischen Verhältnisse in Deutschland.

1834 erschien die wohl bekannteste Flugschrift des Jungen Deutschlands, Der Hessische Landbote von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig auf ca. 1000 Exemplaren anonym und unter einer fingierten Ortsangabe. Im Hessischen Landboten werden die hessischen Bauern zur Revolution gegen die Obrigkeit aufgerufen.

     Dramatik des Jungen Deutschlands

Als einer der wichtigsten Dramatiker trat Christian Dietrich Grabbe hervor, der vor allem das Geschichtsdrama bevorzugte. In seinem bekanntestem Werk, Napoleon oder Die hundert Tage, das 1831 erschien, legte Grabbe wichtige Grundsteine für die Entwicklung des epischen Dramas. Seine Dramen sind von Pessimismus bestimmt, enden aber nicht im Weltschmerz, sondern kritisieren stark das Wirklichkeitsverständnis seiner Zeit.

Junges Deutschland und Vormärz
Georg Büchner (aus: Wikimedia)

Georg Büchner wurde von seinen Zeitgenossen kaum beachtet. 1835 erschien das in nur fünf Wochen geschriebene Drama Dantons Tod, das aber erst 1902 uraufgeführt wurde. 1836 entstand das erste soziale Drama der deutschen Literatur, Büchners Woyzeck. Darin wird zum ersten Mal ein aus der untersten gesellschaftlichen Schicht stammender Mensch zum Helden einer Tragödie. Dieser war durch den Druck seiner sozialen Stellung gezwungen, seine Geliebte zu töten.

Vertreter des Jungen Deutschlands

Werke des Jungen Deutschlands

  • Reisebilder. Erster Teil (1826) – Heine
  • Die Heimkehr
  • Die Harzreise
  • Die Nordsee
  • Reisebilder. Zweiter Teil (1827) – Heine
  • Die Nordsee
  • Ideen. Das Buch Le Grand
  • Neuer Frühling
  • Buch der Lieder (1827) – Heine
  • Don Juan und Faust (1829)- Grabbe
  • Reisebilder. Dritter Teil (1830) – Heine
  • Die Reise von München nach Genua
  • Die Bäder von Lukka
  • Napoleon oder Die hundert Tage (1831) – Grabbe
  • Der Hessische Landbote (1834) – Büchner
  • Dantons Tod (1835) – Büchner
  • Woyzeck (1836) – Büchner
  • Die Romantische Schule (1836) – Heine
  • Lenz (1839) – Büchner

Literatur des Vormärz

Mit dem Beginn der 40er Jahre spitzte sich die Politisierung der Literatur radikal zu und fand ihre Rechtfertigung erstmals auch in der Programmatik, in welcher der Versuch einer Begründung der Politik als Gegenstand der Literatur unternommen wurde.

     Lyrik des Vormärz

Die Lyrik war für die Autoren des Vormärz die wichtigste Gattung, in der sie ihre politischen Absichten ausdrücken konnten. Mit der Veröffentlichung der Sammlung Gedichte eines Lebendigen (1841) wurde Georg Herwegh trotz Zensurverbots zu einem weit bekanntem Dichter.

Der Gebrauch der Lyrik als politisches Instrument, wie sie z. B. von Herwegh, Freiligrath und Fallersleben eingesetzt wurde, fand jedoch nicht bei allen Schriftstellern Zustimmung und führte zu heftigen Diskussionen.

     Epik – am Bsp. Heines Deutschland. Ein Wintermärchen (1844)

Junges Deutschland und Vormärz
Heinrich Heine (aus: Wikimedia)

Das Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen entstand nach Heines Deutschlandreise im Jahr 1843 von Paris nach Hamburg. In dem 27 Kapitel umfassenden versifizierten Reisebilden beschrieb und parodierte Heine die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, wie z. B. das Zoll-, Zensur- oder Militärwesen oder die Monarchie. Die Motive für die Reise sind Heimweh und Wiedersehen mit der Mutter.

Im ersten Kapitel schildert das lyrische Ich seine Eindrücke, Gefühle und Gedanken beim Betreten Deutschlands nach langer Abwesenheit. Mit dem Entsagungslied wird Kritik am Alten und an der Kirche geübt. Im neuen Lied wird eine Vision vom zukünftigen Deutschland hergestellt.

Den dichterischen Höhepunkt des Werkes bildet die Auseinandersetzung mit der Barbarossa-Sage in den Kapiteln 14 bis 17. In dem fiktiven Gespräch des lyrischen Ichs mit der Barbarossa-Gestalt findet eine Konfrontation des Barbarossas mit der aktuellen politischen Realität statt. Das Ergebnis des Gesprächs ist eine Absage an den volkstümlichen Barbarossa-Mythos.

     Dramatik des Vormärz

Karl Gutzkow schrieb in der Zeit des Vormärz eine Vielzahl von Tragödien, die aber kaum Nachwirkungen hinterließen und rasch auf den Spielplänen wieder verschwanden. Seine Lustspiele jedoch gehörten auf vielen Bühnen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum festen Repertoire.

Sein wohl bekanntestes Lustspiel, Das Urbild des Tartüffe, wurde 1844 in Oldenburg uraufgeführt und erschien 1847. Anhand der Intrigen, die zur Verschiebung der Uraufführung von Molieres Tartuffe führte, stelle er die Zensurmaßnahmen seiner Zeit satirisch dar.

     Beginn der sozialistischen Literatur

In der Revolution von 1848 war das Bürgertum die führende Kraft. Doch in dieser Zeit kam es auch zur Herausbildung der Arbeiterklasse als eigenständige politische Kraft. Die wichtigsten Theoretiker waren Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) mit ihren gemeinsamen Werken Die deutsche Ideologie (1845/46), Das Elend der Philosophie (1847) und Manifest der Kommunistischen Partei (1848), in denen sie die Theorie vom historischen Materialismus entwickelten.

Formen der sozialkritischen Literatur waren:
Arbeiter- und Industrieromane, Reportagen, Skizzen und Berichte.

Literarische Formen im Vormärz

  • politische Lyrik
  • Reisebericht/ Reisebild
  • Skizze
  • Zeit- und Gesellschaftsroman
  • Geschichtsdrama
  • soziales Drama
  • Novelle

Vertreter des Vormärz

Werke des Vormärz

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Biedermeier (1815-1848) – Epoche der Literatur

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Epoche: Biedermeier

Der Begriff Biedermeier wurde zunächst von den Realisten abwertend zur Kritik der Literatur der Restaurationszeit verwendet. In der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wandte sich die Bedeutung des Begriffs ins Positive. Man verband damit Vorstellungen von der „guten alten Zeit“, jenseits aller politischen Wirren, sowie Häuslichkeit, Geselligkeit im kleinen Kreis und die Zurückgezogenheit ins Private.

Historischer Hintergrund

1815 wurde der Wiener Kongress eingeleitet, bei dem die Neuordnung Europas geregelt wurde. Die Zeit zwischen 1815 und 1848 war geprägt von dem Interessenskonflikt zwischen den deutschen Fürsten, welche sich für eine Restauration einsetzten, und dem „Jungen Deutschland“ (Studenten und Professoren), das nach Freiheit und einer politischen Einheit strebte.

1815 kam es zur Gründung des Deutschen Bundes zwischen 39 Einzelstaaten. Es kam außerdem zur Gründung von Burschenschaften, zuerst in Jena, später auch in anderen deutschen Städten.

1819 wurden die Karlsbader Beschlüsse gefasst, welche die Burschenschaften verboten, die Überwachung von Universitäten einleiteten, eine Buch- und Pressezensur einführten und den Einsatz von Spitzeln erlaubten.

1834 kam es zur Gründung des Deutschen Zollvereins, der die innerdeutschen Zollschranken beseitigte und somit eine wirtschaftliche Einheit herstellte. Die Enttäuschung über die unerfüllten Hoffnungen des „Jungen Deutschlands“ und das Festhalten an der alten Ordnung deutscher Fürsten führte 1848 schließlich zur Märzrevolution.

Philosophischer Hintergrund

Der philosophische Hintergrund der Restaurationszeit war vor allem von der Philosophie Friedrich Hegels (1770-1831) und seinen Schriften Phänomenologie des Geistes (1806), Wissenschaft der Logik (1812/16), Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (1817) und Grundlinien der Philosophie des Rechts (1831) geprägt.

Literatur des Biedermeier

Die Biedermeierdichtung versuchte dem Konflikt zwischen Wirklichkeit und Ideal sowie den politischen Spannungen eine heile poetische Welt mit dem Ziel der Harmonisierung entgegenzusetzen. Bevorzugt wurden kleine literarische Formen.

In der biedermeierlichen Literatur wurde das sittliche Ideal der Zeit – genügsame Selbstbescheidung, Zähmung der Leidenschaften, Unterordnung unter das Schicksal, politische Haltung des Mittelwegs, Schätzung des inneren Friedens und kleinen Glücks, Bedacht auf Ordnung, Hang zum Pietismus, Interesse für Natur und Geschichte – dargestellt.

Dabei kamen oft die biedermeierlichen Lebensgefühle wie Resignation, Weltschmerz, Schwermut, Stille, Verzweiflung und Entsagung zum Ausdruck, die nicht selten zu Hypochondrie und Selbstmord führten. GrillparzerLenau und Mörike beispielsweise litten in ihren letzten Lebensjahren an Hypochondrie; Stifter und Raimund dagegen gingen in den Freitod.

Sprachliche Kennzeichen biedermeierlicher Literatur sind besonders die Schlichtheit in Form und Sprache, Volkstümlichkeit, Detailgenauigkeit und Bildlichkeit.

     Lyrik im Biedermeier

Die biedermeierliche Lyrik zeichnet sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrem Inhalt vor allem durch Einfachheit und Volksliedhaftigkeit aus. Wichtige Themen waren: Liebe, Religion, Vergänglichkeit, Entsagung und häusliches Glück. Wie schon in der Romantik, traten auch im Biedermeier häufig Gedichtzyklen auf, z. B. bei Droste-Hülshoff (Heidebilder (1841/42)), Grillparzer, Lenau und Mörike.

     Epik im Biedermeier

In der Epik waren im Biedermeier kurze Erzählformen, wie z. B. Novelle und Kurzgeschichte, beliebt. Die wichtigste epische Kleinform in der Biedermeierzeit war die Novelle. Die Judenbuche Annette von Droste-Hülshoffs, Die schwarze Spinne Jeremias Gotthelfs und Der arme Spielmann Franz Grillparzers gelten als die bekanntesten Beispiele für Novellen des Biedermeiers.

Trotz der Tendenz zu kleinen Formen in der Biedermeierzeit entstanden auch größere epische Dichtungen, die ebenso einflussreich waren. Die von Karl Immermann verfassten Romane Die Epigonien. Familienmemoiren in neun Büchern (1836) und Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken (1838/39), Mörikes Maler Nolten (1832) und Stifters Der Nachsommer (1857) gelten als die wichtigsten ihres Genres.

     Biedermeierliches Drama

Die drei bedeutendsten Dramatiker des Biedermeier stammen aus ÖsterreichGrillparzer, der in der Tradition des Wiener Burgtheaters stand, und die beiden Volksbühnenautoren Nestroy und Raimund. Eine melancholische und pessimistische Einstellung zur Welt prägt die Werke aller drei Autoren.

Literarische Formen im Biedermeier

  • Balladen
  • Novellen
  • Kurzgeschichten
  • Studien/ Skizzen (bes. Stimmungsbilder)
  • Verserzählungen
  • Volkslustspiele, wie Possen, Komödien und Zauberstücke

Skizze/Studie:
Ein Skizze/Studie ist ein selbständiger, jedoch formal und stilistisch bewusst unausgestalteter Prosatext. Diese Erzählform überschneidet sich häufig mit anderen, z. B. der Erzählung, der Kurzgeschichte oder dem Bericht.

Zauberstück:
Ein Zauberstück ist eine Spielvorlage, die übernatürliche Requisiten und Personal beinhaltet. Man unterscheidet zwischen Zauberspiel (z. B. Raimund: Die gefesselte Phantasie), Zaubermärchen (z. B. Raimund: Der Verschwender), Zauberposse (z. B. Nestroy: Der böse Geist Lumpazivagabundus; Raimund: Der Barometermacher auf der Zauberinsel) und Zauberoper (z. B. Schikaneder: Die Zauberflöte).

Vertreter des Biedermeiers

Werke des Biedermeiers

  • Die Ahnfrau (1817) – Grillparzer
  • Maler Nolten (1832) – Mörike
  • Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt (1832) – Nestroy
  • Die Epigonen. Familienmemoiren in neun Büchern (1836) – Immermann
  • Heidebilder (1841/42) – Droste-Hülshoff
  • Der Hochwald (1841) – Stifter
  • Die Judenbuche. Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen (1842) – Droste-Hülshoff
  • Die schwarze Spinne (1842) – Gotthelf
  • Der arme Spielmann (1848) – Grillparzer
  • Ein Bruderzwist in Habsburg (1848) – Grillparzer
  • Don Juan. Ein dramatisches Gedicht (1851) – Lenau
  • Bunte Steine (1853) – Stifter
  • Der Nachsommer (1857) – Stifter
  • Die Jüdin von Toledo (1872) – Grillparzer

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Romantik (1798-1835) – Epoche der Literatur

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Epoche: Romantik

Der Begriff Romantik stammt vom altfranzösischen romanz, romant oder roman ab, welche alle Schriften bezeichneten, die in der Volkssprache verfasst wurden. Romantisch bedeutet etwas Sinnliches, Abenteuerliches, Wunderbares, Phantastisches, Schauriges, Abwendung von der Zivilisation und Hingabe zur Natur.

Die Romantik als Epoche zeichnete sich durch romantisches Denken und romantische Poesie aus, z. B. Kritik an der Vernunft, Aufhebung der Trennung zwischen Philosophie, Literatur und Naturwissenschaft, Naturnähe, Erleben des Unbewussten.

Philosophische Grundlagen

Die Philosophischen Grundlagen der Romantik sind eine Gegenposition zur Rationalität der Aufklärung. Ein Vorläufer war in Deutschland die Gefühlsbetontheit der Empfindsamkeit. Eine wichtige Bedeutung erhielt die Romantik in Bezug auf die Orientierung an der mittelalterlichen Lebensweise und Kultur und der Hinwendung zur Volkspoesie.

Die Philosophie der Romantik war geprägt von einer subjektiven Weltanschauung. In Fichtes Wissenschaftslehre (1794) stand ein von Sittlichkeit befreites und schöpferisches Ich im Mittelpunkt. Außerdem wurde die Einheit von Natur und Geist betont, die z. B. in Schellings Ideen zu einer Philosophie der Natur (1797) zum Ausdruckt kam.

Geschichtsbezug und Historischer Hintergrund

Die Romantik entstand in einem Wechsel von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft und verstärkte die Entwicklung eines bürgerlichen Selbstbewusstseins. Jedoch gab es in der Romantik kaum gesellschaftskritische Stimmen.

1806 kam es zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und zur Gründung des Rheinbundes. 1807-1814 wurden die Preußischen Reformen eingeleitet (Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit, Städteordnung, Heeresreform, Bildungsreform, Judenemanzipation). 1812 zog Napoleon in den Krieg gegen Russland.

In der Zeit zwischen 1813-1815 fanden die Befreiungskriege statt. Vom 16.-19.10.1813 fand die Völkerschlacht bei Leipzig statt. Am 18.06.1815 unterlag Napoleon in der Schlacht bei Waterloo. 1815 wurde der Wiener Kongress eingeleitet, bei dem die Neuordnung Europas geregelt wurde.

Literatur der Romantik

Die ersten romantischen Werke waren Wackenroders Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797) und Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen (1798). Sie zeigten unterschiedliche Betrachtungsweisen vom Wesen der Kunst. Der eigentliche Beginn der Romantik wird allerdings mit der Vereinigung der Brüder Schlegel, Novalis, Humboldts und Schellings in Jena datiert.

     Epochen der Romantik

Anders als in anderen Epochen, wechselten in der Romantik die literarischen Zentren. Das erste wichtige Zentrum war Jena, zur Zeit der Frühromantik. Heidelberg war das Zentrum der Hochromantik, und Berlin wurde zum Zentrum der Spätromantik.

          Frühromantik / Jenaer Romantik (1798-1804)

Das Zentrum der Frühromantik war Jena mit dem Freundeskreis um die Brüder Schlegel, Novalis, Schelling, Humboldt, Veith und Böhmer. Es entstanden hier erste programmatische Dichtungen. Einen großen Einfluss auf die Verbreitung des romantischen Denkens übte August Wilhelm Schlegel mit seinen Vorlesungen aus.

Eine große Bedeutung kommt den Jenaern Romantikern zu Gute: Sie setzten sich für die Förderung der Weltliteratur ein, z. B. August Wilhelm Schlegel mit seinen Dramenübersetzungen von Shakespeare. Es entstanden auch Literaturzeitschriften (z. B. Athenäum, 1798-1800), in welchen sie ihre Schriften publizierten.

          Hochromantik / Heidelberger Romantik (1804-1818)

Das Zentrum der Hochromantik war Heidelberg mit dem Dichterkreis um Joseph von EichendorffArnimBrentano. Nebenzentren waren München und Berlin, wo Schelling und Schleiermacher tätig waren. Die besondere Leistung der Hochromantiker war die Förderung der Volkspoesie (Sagen, Märchen, u. a.), z. B. von Arnim und Brentano mit Des Knaben Wunderhorn oder Kinder- und Hausmärchen und Deutsche Sagen der Gebrüder Grimm.

          Spätromantik / Berliner Romantik (1816-1835)

Berlin, mit den Salon der Rahel Levin-Varnhagen, war das Zentrum der Spätromantik. Im Mittelpunkt dieses Dichterkreises standen Ludwig Tieck, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Adam von Müller, Bettina von Arnim und Friedrich de la Motte Fouqué. Im Salon fanden zahlreiche Begegnungen, Diskussionen und Debatten unter den Spätromantikern statt. Nebenzentren waren Wien (Eichendorff, August Wilhelm Schlegel), Schwaben (Uhland, Mörike) und München (Schelling, Görres).

     Literaturtheorie der Romantik

Im Vordergrund romantischer Dichtungen standen Stimmungen, Gefühle und Erlebnisse. Mit fragmentarischen Ausdrucksformen drückten die Dichter das Unbewusste in ihrer Schaffensweise und Wirklichkeitssicht aus. Der Roman als Prosaform konnte dem Anspruch der Universalität zwar gerecht werden, doch wurde von ihm aber kaum Gebrauch gemacht. Die Dramatik blieb in der Epoche der Romantik nur gering ausgeprägt, da ihr die Vermischung von Epik, Drama und Lyrik nur schwer umzusetzen war. Die vorherrschende literarische Gattung war die Lyrik.

Im 116. Athenäums-Fragment, das 1798 mit anderen Fragmenten in der Zeitschrift Athenäum erschien, fasste Friedrich Schlegel die wichtigsten Merkmale romantischer Literatur zusammen: „Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie“. Progressivität bedeutet Fortschritt, niemals vollendet oder abgeschlossen zu sein und offen für neue Formen und Inhalte zu sein. Die Universalität der Form steht für die Aufhebung der Grenze zwischen den Gattungen und den Künsten.

Friedrich Schlegel forderte eine Vermischung von Poesie (an den Vers gebundene Sprache) und Prosa (Alltagssprache), von Genialität (Künstler) und Kritik (Publikum) und von Kunstpoesie und Naturpoesie (Volkspoesie). Freundschaft und Liebe sind das Ideal für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Poetische Individuen sind harmonische Individuen, die auf Liebe und Freundschaft eingehen können. Die Funktion der Poesie ist die Poetisierung, d. h. die Harmonisierung, der Gesellschaft.

     Lyrik der Romantik

Romantik
Joseph v. Eichendorff (Wikimedia)

Die romantische Lyrik war geprägt von einer volksliedhaften Einfachheit und einem Höchstmaß an sprachlicher Kunst sowie der von Goethe eingeleiteten Natur- und Erlebnislyrik. Eine volkstümlich orientierte Lyrik ging von Eichendorff Uhland, Wilhelm Müller, Mörike und Chamisso hervor. Zu den bedeutendsten romantischen Lyrikern zählt Novalis mit seinen Geistlichen Liedern (1799) und die in rhythmisierter Prosa verfassten Hymnen an die Nacht (1800).

Mondnacht
Joseph Freiherr von Eichendorff

Es war, als hätt‘ der Himmel
die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Aehren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

     Drama der Romantik

Das Drama war in der Romantik eine weniger bevorzugte Gattung, da die Vorstellungen von Progressivität und einer Vermischung der Gattungen mit den strengen Gesetzmäßigkeiten des Dramas nur schwer zu vereinbaren waren. Lyrische Elemente zeigten sich beispielsweise in Form von eingebundenen Gedichten oder Liedern, epische Elemente in Kommentierungen. Einige Autoren befassten sich dennoch intensiv mit dem Drama, darunter Ludwig Tieck, Clemens Brentano und Joseph Freiherr von Eichendorff. Die Dramen der Romantik waren jedoch vor allem als Lesedrama konzipiert. Sie eigneten sich weniger zur Aufführung, da sie zum Teil sehr komplex oder sehr umfangreich waren.

Ein großes Vorbild für die Romantiker war William Shakespeare. Die Komödie war eine beliebte dramatische Form in der Romantik, daneben genoss auch das Geschichtsdrama eine große Bedeutung, z. B. Kaiser Octavianus (1804, Tieck), Die Gründung Prags (1815, Brentano) und Der letzte Held von Marienburg (1830, Eichendorff). Das bekannteste Beispiel für eine romantische Komödie ist Ludwig Tiecks Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge (1797).

          Der gestiefelte Kater (1797, Ludwig Tieck)

Der Stoff für Tiecks Gestiefelten Kater geht zurück auf das französische Märchen Le Maître Chat ou le Chat botté von Charles Perrault (1628-1703). Die Komödie Tiecks handelt von einem Stück im Stück und spielt daher auf mehreren Ebenen. Auf der Bühne wird eine weitere Theaterbühne dargestellt, die das Stück über einen gestiefelten Kater aufführt. Neben den fiktiven Figuren gibt es ein fiktives Publikum, einen fiktiven Dichter und fiktives Bühnenpersonal, das mit den Figuren untereinander agiert. Die fiktiven Zuschauer kommentieren dabei die eigentliche Handlung oder sprechen die Schauspieler direkt an. Doch auch die Schauspieler fallen gelegentlich aus ihrer Rolle. Der fiktive Dichter nimmt oft eine Vermittlerrolle zwischen diesen beiden Gruppen ein.

„Kot w butach“ (aus. Wikimedia)

Der Inhalt des dargestellten Stücks im Stück handelt vom Müllersohn Gottlieb, der nach dem Tod seines Vaters den sprechenden Kater Hinze erbt. Dieser verspricht Gottlieb, ihn zu Reichtum zu führen, wenn Gottlieb für Hinze ein Paar Stiefel anfertigen lässt. Durch eine Reihe zahlreicher Streiche erwirbt Hinze ein Königreich und eine Prinzessin für Gottlieb.

Das Märchen endet mit einem Happy End, das Stück jedoch in einem Chaos und Misserfolg. Die fiktiven Zuschauer sind mit der Handlung höchst unzufrieden, loben aber die schöne Dekoration. Der Dichter, der die Zuschauer auf sein Stück einstimmte, dass die Handlung nicht zu ernst zu nehmen sei, verlässt enttäuscht die Bühne.

Der gestiefelte Kater stellt ein Bruch mit dem Illusionstheater zeitgenössischer Dichtungen und Aufführungen dar, wie beispielsweise den Dramen der Aufklärung und der Klassik. Es gibt mehrere Ebenen der Darstellung, die miteinander vermischt werden und daher nicht nur den fiktiven sondern auch den realen Zuschauer verwirren sollen. Ludwig Tieck übte damit Kritik am Theaterverständnis und am Theaterpublikum seiner Zeit.

Die Komödie Tiecks hatte auf die spätere Literatur eine große Wirkung, z. B. auf E. T. A. Hoffmanns Lebensansichten des Katers Murr (1820/22). Der gestiefelte Kater gilt auch als ein Vorläufer des epischen Dramas Bertolt Brechts.

          Romantische Ironie

Die „romantische Ironie“ ist eine eigenständige literaturtheoretische Position der Ironie, die vor allem von Friedrich Schlegel geprägt wurde. Dabei sollte die Ironie nicht mehr nur ein einzelnes stilistisches Element im Kunstwerk sein, sondern das Kunstwerk insgesamt prägen.

Dies zeigt sich formal darin, dass es einen unendlichen Wechsel zwischen gegensätzlichen Elementen gibt, beispielsweise Illusionierung und Desillusionierung. Auch spielte die Selbstreflexion des Kunstwerks innerhalb des Kunstwerks eine wichtige Rolle. Als Beispiel für die praktische Umsetzung dieser theoretischen Vorstellungen gilt Der gestiefelte Kater Tiecks. Das ununterbrochene Wechselspiel zwischen gegensätzlichen Elementen zeigt sich in den ständigen Unterbrechungen der Bühnenhandlung durch Zuschauer, Schauspieler oder den Dichter. Selbstreflexive Momente werden von vielen Figuren artikuliert, am deutlichsten z. B. im Dritten Akt in der Szene „Saal im Palast“, in der zwei Figuren über die Qualität des Stückes Der gestiefelte Kater streiten.

     Prosa der Romantik

Als Vorbild der romantischen Erzählprosa betrachtete man Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre. In der Frühromantik wurden meist Bildungs- und Entwicklungsromane geschrieben, z. B. Novalis‚ Heinrich von Ofterdingen. Doch auch der romantische Roman verlor, ähnlich dem romantischen Drama, an Bedeutung, da eine zunehmende Vermischung mit Gedichten, Liedern, etc. stattfand. Während die romantische Erzählprosa mehr und mehr an Bedeutung verlor, wuchs das Interesse am, meist in trivialer Form auftretenden, Schauerroman.

Epische Kurzformen, wie Erzählung, Novelle, Kunstmärchen und Märchen, waren sehr beliebt. Die Novelle eignete sich mit ihrem unmittelbaren Einsetzen der Handlung und ihrem offenen Ausgang besonders gut für die romantischen Dichter.

In der Romantik stieg das Interesse für Volksdichtungen (Volkslieder, Sagen, Märchen), das bereits am Ende des 18. Jahrhunderts durch Herder ausgelöst wurde. Die Rückbesinnung auf das Mittelalter spielte für die Romantiker dabei eine wichtige Rolle. Die Volksdichtungen wurden dabei teilweise umgedichtet und in Sammlungen veröffentlicht, z. B. die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn von Arnim und Brentano oder die Märchensammlung Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.

Literarische Formen in der Romantik

  • Bildungs- und Entwicklungsroman
  • Schauerroman
  • Volkslied
  • Sage
  • Märchen
  • Kunstmärchen

Vertreter der Romantik

Werke der Romantik

  • Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797) – Wackenroder
  • Der gestiefelte Kater (1797) – Tieck
  • Der blonde Eckbert (1797) – Tieck
  • Franz Sternbalds Wanderungen (1798) – Tieck
  • Athenäum-Fragmente (1798) – Friedrich Schlegel
  • 116. Athenäums-Fragment
  • Brief über den Roman (1798) – Friedrich Schlegel
  • Hymnen an die Nacht (1800) – Novalis
  • Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter (1801) – Brentano
  • Geistliche Lieder (1802) – Novalis
  • Heinrich von Ofterdingen (1802) – Novalis
  • Kaiser Octavianus (1804) – Tieck
  • Des Knaben Wunderhorn (1806-1808) – Arnim, Brentano
  • Kinder- und Hausmärchen (1812) – Gebrüder Grimm
  • Fantasiestücke in Callots Manier (1813/15) – E. T. A. Hoffmann
  • Jaques Callot
  • Ritter Gluck
  • Kreisleriana
  • Don Juan
  • Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza
  • Der Magnetiseur
  • Der goldene Topf
  • Peter Schlemihls wundersame Geschichte (1814) – Chamisso
  • Die Gründung Prags (1815) – Brentano
  • Die Elixiere des Teufels (1815/16) – E. T. A. Hoffmann
  • Deutsche Sagen (1816) – Gebrüder Grimm
  • Nachtstücke (1816) – E. T. A. Hoffmann
  • Der Sandmann
  • Ignaz Denner
  • Die Jesuitenkirche in G.
  • Das Sanctus
  • Das öde Haus
  • Das Majorat
  • Das Gelübde
  • Das steinerne Herz
  • Das Marmorbild (1819) – Eichendorff
  • Die Serapionsbrüder (1819/21) – E. T. A. Hoffmann
  • Die Bergwerke zu Falun
  • Nußknacker und Mausekönig
  • Doge und Dogaresse
  • Meister Martin der Küfner und seine Gesellen
  • Die Brautwahl
  • Der unheimliche Gast
  • Das Fräulein von Scuderi
  • Lebensansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern (1820/22) – E. T. A. Hoffmann
  • Die schöne Müllerin (1821) – Wilhelm Müller
  • Lieder der Griechen (1821/24) – Wilhelm Müller
  • Meister Floh (1822) – E. T. A. Hoffmann
  • Die Winterreise (1824) – Wilhelm Müller
  • Aus dem Leben eines Taugenichts (1826) – Eichendorff
  • Der letzte Held von Marienburg (1830) – Eichendorff

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