Auf den Spuren der Meister: Warum Japan-Reisende mehr als nur ein Wörterbuch brauchen

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Die Faszination für Japan ist in der deutschen Literatur- und Geistesgeschichte tief verwurzelt. Seit den ersten Berichten von Reisenden aus dem 17. Jahrhundert gilt das „Land der aufgehenden Sonne“ als Sehnsuchtsort für jene, die das Fremde nicht nur sehen, sondern verstehen wollen. Doch während frühe Entdecker wie Engelbert Kaempfer Monate auf Segelschiffen verbrachten, stehen moderne Reisende vor einer ganz anderen Herausforderung: Wie durchdringt man die Schichten aus Tradition und Moderne, um das „wahre“ Japan jenseits der Leuchtreklamen von Shinjuku zu finden?

Von der Chronik zum Reisebericht: Literarische Pfade in Japan

Die literarische Erkundung Japans begann für den deutschsprachigen Raum maßgeblich mit Engelbert Kaempfer. Sein Werk „Geschichte und Beschreibung von Japan“, das im frühen 18. Jahrhundert erschien, war für Generationen von Gelehrten die wichtigste Informationsquelle über ein Land, das sich damals fast vollständig von der Außenwelt isoliert hatte. Kaempfer beschrieb eine Welt, die wie ein sorgfältig komponiertes Gedicht wirkte – voller Regeln, Ästhetik und einer tiefen Naturverbundenheit.

Im 20. Jahrhundert setzten Autoren wie Cees Nooteboom oder in jüngerer Zeit Christian Kracht diese Tradition fort. In seinen Reiseerzählungen sucht Nooteboom oft die Stille in den Tempeln von Kyōto oder die Einsamkeit in den Bergen. Es ist diese literarische Qualität des Reisens – das langsame Entdecken, das Abschweifen von den Hauptrouten -, die Japan für Leser so anziehend macht. Man möchte nicht nur von A nach B kommen; man möchte die Landschaft lesen wie eine Seite in einem Roman von Haruki Murakami oder Yasunari Kawabata.

Die Ästhetik des Abschweifens: Das Japan jenseits der Shinkansen-Trassen

Wer Japan heute literarisch erleben möchte, stößt jedoch schnell an die Grenzen des Massentourismus. Die Hochgeschwindigkeitszüge, so effizient sie auch sind, schneiden die Landschaft oft nur wie ein scharfes Messer. Das Japan, das wir aus den Haikus von Matsuo Bashō kennen – die versteckten Moosgärten, die nebligen Bergpässe von Shikoku oder die raue Küstenlinie von Hokkaido -, erschließt sich dem Reisenden oft erst dann, wenn er die Schienen verlässt.

Bashō schrieb in seinem berühmten Werk „Auf schmalen Pfaden ins Hinterland“ (Oku no Hosomichi): „Jeder Tag ist eine Reise, und die Reise selbst ist das Zuhause.“ Um dieses Gefühl der totalen Freiheit zu erleben, entscheiden sich immer mehr Kulturreisende für den Mietwagen. Nur so lassen sich die Orte erreichen, die kein Reiseführer und kein Bahnhofsvorplatz bieten kann: kleine Gasthäuser (Ryokans) in den japanischen Alpen oder die Schauplätze klassischer Literatur in den entlegenen Präfekturen.

Die bürokratische Hürde: Präzision als Schlüssel zur Mobilität

Doch wer in Japan hinter das Steuer eines Wagens steigen möchte, stellt schnell fest, dass japanische Präzision nicht nur in der Lyrik, sondern auch in der Verwaltung existiert. Ein einfacher internationaler Führerschein, wie man ihn für die USA oder andere Länder nutzt, reicht für deutsche Staatsbürger in Japan nicht aus. Aufgrund spezieller zwischenstaatlicher Abkommen fordern die japanischen Behörden eine offizielle, beglaubigte Übersetzung des deutschen Führerscheins.

Hier schließt sich der Kreis zur Welt der Übersetzung. So wie eine schlechte Literaturübersetzung den Sinn eines ganzen Romans verfälschen kann, führen Fehler in der Dokumentenübersetzung in Japan schnell zu Stillstand. Die JAF (Japan Automobile Federation) stellt hierbei den Goldstandard dar; denn nur ihre Übersetzungen werden von Autovermietungen und der Polizei anerkannt.

Um die „schmalen Pfade“ Bashōs heute sicher und legal befahren zu können, ist eine fachgerechte Vorbereitung unerlässlich. Wer die Freiheit der Straße in Japan genießen möchte, findet bei spezialisierten Dienstleistern die notwendige Unterstützung. Die Erstellung einer  Führerscheinübersetzung ins Japanische ist oft der erste und wichtigste Schritt, um das Japan zu entdecken, das zwischen den Zeilen der großen Klassiker liegt.

Fazit: Das Abenteuer beginnt abseits der Karte

Eine Reise nach Japan sollte mehr sein als das Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Es ist die Chance, eine eigene Biografie des Entdeckens zu schreiben. Ob man nun auf den Spuren von Kaempfer wandelt oder die moderne Melancholie eines Murakami sucht – die wahre Poesie des Landes findet sich oft an einer Straßenecke, an der kein Zug hält.

Bereiten Sie Ihre Reise so sorgfältig vor, wie ein Autor sein Manuskript plant. Mit der richtigen Übersetzung im Handschuhfach und einem offenen Blick für die Landschaft wird die Fahrt durch Japan zu einem Kapitel, das man immer wieder lesen möchte.

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