Dienstag, September 21, 2021

De profundis – Georg Trakl

Autor: Georg Trakl – bei Wikipedia
Werk: De profundis
erschienen: 1912
Epoche: Expressionismus

Wichtig: Es gibt noch ein weiteres Gedicht mit dem Titel De profundis von Georg Trakl. Hier kommst du zum jeweils anderen Gedicht.

Georg Trakl (Bild aus: Wikipedia)

De profundis

Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt.
Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht.
Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist.
Wie traurig dieser Abend.

Am Weiler vorbei
Sammelt die sanfte Waise noch spärliche Ähren ein.
Ihre Augen weiden rund und goldig in der Dämmerung
Und ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams.

Bei der Heimkehr
Fanden die Hirten den süßen Leib
Verwest im Dornenbusch.

Ein Schatten bin ich ferne finsteren Dörfern.
Gottes Schweigen
Trank ich aus dem Brunnen des Hains.

Auf meine Stirne tritt kaltes Metall
Spinnen suchen mein Herz.
Est ist ein Licht, das in meinem Mund erlöscht.

Nachts fand ich mich auf einer Heide,
Starrend von Unrat und Staub der Sterne.
Im Haselgebüsch
Klangen wieder kristallne Engel.


Mehr Infos zum Werk De profundis

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Werbung