Dienstag, September 21, 2021

Hî, wie wunnenclîch diu heide – Gottfried von Neifen

Autor: Gottfried von Neifen
Werk:
Hî, wie wunnenclîch diu heide
Epoche: Hochmittelalter

Hî, wie wunnenclîch diu heide
sich mit mangem spaehen kleide
gein dem meien hât bekleit!
loup gras bluomen vogel beide,
diu man sach in mangem leide,
gar verswunden ist ir leit.
alsô möhte ouch mir verswinden
sorge, diu von fröide ie swant;
wolde fröide sorge enbinden,
sît daz fröide ie sorge enbant,
sô wurd ich von sorgen frî.

Dô mîn ouge erkôs die süezen,
dô wart mir ein lieplîch grüezen,
roeseleht ein rôter gruoz.
dô dâht ich ‚diu ougen müezen
dir vil senden kumber büezen:
anders dir wirt niemer buoz
sorgen, ez enwende ir güete.‘
dannoch was ir güete guot.
sam der rôse in touwen blüete
was ir munt rôt alse ein bluot.
owê, dannoch was ich frô.

Wer kan froelîch frô belîben
wan bî reinen lieben wîben?
hî, wie süeze ein name wîp!
wîp kan sendiu leit vertrîben.
wol ir reinen lieben lîben!
och, si hânt sô lieben lîp
daz mich nâch in muoz belangen!
bî in ist diu wîle unlanc.
swâ liep liep hât umbevangen,
dast ein süezer umbevanc,
lieplîch nâch der minne ger.

Wê der gar verlornen stunde
daz mir senden niene enkunde
lieplîch küssen werden kunt
von ir rôsevarwen munde!
owê, Minne, daz dîn wunde
mich sô lange hât verwunt!
ich bin von dir ungeheilet,
ich gewan gein dir nie heil.
Minne, daz du sîst verteilet!
habe ouch ir der minne ein teil:
du verwundest mich niht mê.

Waz touc minneclîchez singen?
wâ sint wîp diu kunnen twingen?
wâ sint man die minne ie twanc?
wer kan staete fröide bringen?
wer kan sorge ûz herzen dringen?
minne ie sorge ûz herzen dranc
von der wîbes ougen blicken,
dâ man sâhen süezen blic.
sie welnt sich der minne entstricken:
man sint sunder minne stric.
welt, dâ von trag ich dir haz.

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