Mittwoch, März 3, 2021

Mich müet daz sô manger sprichet – Burkart von Hohenfels

Autor: Burkart von Hohenfels
Werk:
Mich müet daz sô manger sprichet
Art des Werks: Minnelied
Epoche: Frühmittelalter

Mich müet daz sô manger sprichet,
sor mich muoz in jâmer schouwen
‚wer tet dir diz ungemach?
übel sî sich an dir richet,
hâst du daz von dîner frouwen,
der dîn munt iez beste sprach,
kan diu dîne fröide zern.
nû hâst dû doch mannes bilde:
wiest dir mannes muot sô wilde,
maht du dich eins wîbes niht erwern?‘

Wie möht ich mit der gestrîten
diu sô gar gewalteclîche
sitzet ûf mîns herzen turn?
der ist veste an allen sîten,
sost si schoene und êren rîche:
wie gehebe ich einen sturn,
daz ich sî getrîben drabe?
ebenhoehe, katzen, mangen
mügen ir dâ niht erlangen.
lâ sîn: selbe taete, selbe habe.

Sist ûf mînes herzen veste
sô gewaltig küniginne
daz sis eine haben wil.
sî vertrîbet al die geste,
die dar ladent mîne sinne
ouch dur kurzewîle spil.
mit ir zuht si füegen kan,
daz mîn muot sô gar veraffet,
daz er anders niht enschaffet,
wan daz er sî swîgend kapfet an.

Leite sî mich zeinem mâle
hein zuo zir gedanke fiure,
sît si mîner fröiden pfligt,
solte ich dâ bî ir tuon twâle,
von der wunnebernden stiure
hete ich sorgen an gesigt.
kaeme ich in ir herzen kamer,
ob si daz mit willen lieze,
dâ wont ich, daz mich verstieze
niemer wankes zange noch sîn hamer.

Ich kan wunder an der snüere,
ich kan fliegen unde fliezen,
ich kan alle ritterschaft,
eigentlîchen steine ich rüere,
ich kan jagen, birsen, schiezen,
ich hân wîsheit unde kraft.
diz gît wilde gedanken mir.
sô mîn muot als umbe swinget
unde in müede gar betwinget,
wil er ruowen, sô muoz er hin zir.

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