Sonntag, November 28, 2021

Verfall – Georg Trakl

Autor: Georg Trakl – bei Wikipedia
Werk: Verfall
erschienen: 1913
Gedichtform: Sonett
Epoche: Expressionismus

Wichtig: Es gibt noch ein weiteres Gedicht mit dem Titel Verfall von Georg Trakl. Hier kommst du zum jeweils anderen Gedicht.

Georg Trakl (Bild aus: Wikipedia)

Verfall

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,

Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.


Mehr Infos zum Werk Verfall

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