Samstag, Januar 29, 2022

Der Erlkönig – Johann Wolfgang von Goethe

Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Werk:
Der Erlkönig
veröffentlicht: 1782
Gedichtform: Ballade
Epoche: Sturm und Drang

Goethe (Bild aus: Wikipedia)

Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. –

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. –

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.


Der Inhalt in Kürze

Diese Ballade handelt von einem nächtlichen Ritt von Vater und Sohn, wobei dem kleinen Sohn in dieser stürmischen Nacht der Erlkönig zu erscheinen scheint. Er ängstigt sich sehr.

Zusammenfassung

Ein ängstlicher Junge wird nachts von seinem Vater auf dem Pferd getragen. Wohin, wird nicht gesagt; der deutsche Hof hat eine ziemlich breite Bedeutung von „Hof“, „Hof“, „Hof“ oder (königlich) „Hof“. Aus der ersten Zeile geht hervor, dass es ungewöhnlich spät ist und das Wetter für eine Reise ungewöhnlich schlecht ist. Da sich herausstellt, dass der Junge im Delirium ist, besteht die Möglichkeit, dass der Vater ihn schnell zu einem Arzt bringt.

Im weiteren Verlauf des Gedichts behauptet der Sohn, den „Erlkönig“ zu sehen und zu hören. Sein Vater behauptet, das Wesen weder zu sehen noch zu hören, und er versucht, seinen Sohn zu trösten, indem er natürliche Erklärungen für das, was das Kind sieht, vorbringt – ein Nebelschwaden, raschelnde Blätter, schimmernde Weiden. Der Elfenkönig versucht, das Kind zu sich zu locken, indem er ihm Vergnügungen, reiche Kleider und die Aufmerksamkeit seiner Töchter verspricht. Schließlich erklärt der Elfenkönig, dass er das Kind mit Gewalt mitnehmen wird. Der Junge schreit, dass er überfallen worden sei, was den Vater anspornt, schneller zum Hof zu reiten. Als er dort ankommt, ist das Kind bereits tot.

Die Legende

Die Geschichte des Erlkönigs geht auf die traditionelle dänische Ballade Elveskud zurück: Goethes Gedicht wurde von Johann Gottfried Herders Übersetzung einer Variante der Ballade (Danmarks gamle Folkeviser 47B, aus Peter Syvs Ausgabe von 1695) ins Deutsche als Erlkönigs Tochter in seiner Sammlung von Volksliedern, Stimmen der Völker in Liedern (veröffentlicht 1778), inspiriert. Goethes Gedicht verselbständigte sich daraufhin und inspirierte die romantische Vorstellung vom Erlkönig. Niels Gades Kantate Elverskud, Op. 30 (1854, Text von Chr. K. F. Molbech) wurde in Übersetzung als Erlkönigs Tochter veröffentlicht.

Die Natur des Erlkönigs ist Gegenstand einiger Debatten gewesen. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt „Erlkönig“ und nicht, wie im Englischen üblich, „Elf King“ (was im Deutschen als Elfenkönig wiedergegeben würde). Es wird oft vermutet, dass Erlkönig eine Fehlübersetzung des ursprünglichen dänischen elverkonge ist, das tatsächlich „König der Elfen“ bedeutet.

In der ursprünglichen skandinavischen Version des Märchens war der Antagonist nicht der Erlkönig selbst, sondern die Tochter des Erlkönigs; die weiblichen Elfen oder dänischen elvermøer versuchten, die Menschen zu verführen, um ihre Begierde, Eifersucht und Rachegelüste zu befriedigen.

Vertonung

Das Gedicht ist oft vertont worden, wobei Franz Schuberts Wiedergabe, sein Opus 1 (D. 328), die bekannteste ist.

Die zweitbekannteste ist wahrscheinlich die von Carl Loewe (1818). Andere bemerkenswerte Vertonungen stammen von Mitgliedern des Goethekreises, darunter die Schauspielerin Corona Schröter (1782), Andreas Romberg (1793), Johann Friedrich Reichardt (1794) und Carl Friedrich Zelter (1797).

Ludwig van Beethoven versuchte, das Werk zu vertonen, gab das Vorhaben aber auf; seine Skizze war jedoch vollständig genug, um in einer Ergänzung von Reinhold Becker (1897) veröffentlicht zu werden. Jahrhundert sind die Fassungen von Václav Tomášek (1815) und Louis Spohr (1856, mit obligater Violine) sowie Heinrich Wilhelm Ernst (Polyphone Studien für Violine solo), obwohl seine Fassung im Wesentlichen eine Transkription von Schuberts Version für Violine solo ist.

Beispiele aus dem 21. Jahrhundert sind die „Etüde Nr. 8 (nach Goethe)“ für Klavier solo des Pianisten Marc-André Hamelin, die auf dem „Erlkönig“ basiert.

Formale Analyse

  • 8 Strophen mit je 4 Versen (32 Verse)
  • größtenteils Paarreime (aabb) vorhanden
  • außer: die ersten Verse der 5. Strophe („gehn?“ u. „schön;“)
  • diese werden Reimwaisen genannt (als x oder w kennzeichnen)
  • unregelmäßiger Wechsel zwischen Jamben und Anapästen
  • männliche Kadenzen (stumpf) vorwiegend

Vertonung vom Erlkönig

Dieses Werk wurde auch vom berühmten Komponisten Franz Schubert 1815 vertont. Hier kannst Du es Dir anhören.

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